Media | Newsletter | Kontakt | Impressum

ratgeberbauen kostenlos als PDF

Sind Sie an den neusten Nachrichten, Trends und gesetzlichen Änderungen aus dem Bauen- und Wohnen-Umfeld interessiert? Dann melden Sie sich an und verpassen Sie keine Ausgabe und keine News mehr.
  • Brandaktuelle News und
    Informationen
  • Praktische Hilfe in der Entscheidungs-
    bzw. Orientierungsphase
  • Immer die aktuelle ratgeberbauen
    kostenlos vor Erscheinungstermin
1 E-Mail-Adresse eintragen.
2 Newsletter-Registrierung bestätigen.
3 Newsletter + Ausgabe von „ratgeberbauen“ erhalten.
Datenschutz-Hinweis

Risikofaktor Miete?

Wenn man in einer deutschen Großstadt wie München, Köln oder Hamburg auf Wohnungssuche ist, wird man kaum darum beneidet. Begriffe wie Mietpreisbremse, Bestellerprinzip und Widerrufsrecht fliegen einem um die Ohren und aktuelle Gesetzesänderungen vergrößern die Verwirrung noch. Was ist wichtig und worauf muss ich achten?

Viel los bei der Wohnungsbesichtigung - ratgeber bauen

Gerade in Ballungsgebieten für alle Beteiligten stressig: die Wohnungsbesichtigung. – Foto: VW Immobilien

GARANT Immobilien wollte es genau wissen und begleitet einen Kunden auf der persönlichen Mietwohnungssuche. Dabei beantworten wir Fragen, die sich den meisten Mieter stellen und geben zu neuen gesetzlichen Vorschriften Orientierung.
Das Wunschobjekt unseres Kunden ist eine 4-Zimmer-Wohnung im Münchener Osten.

Finanzielle Grenzen beim Mieter – beim Vermieter auch?

Und wie bei den meisten Menschen, die eine Wohnung mieten wollen, ist auch hier das Budget begrenzt. Die Grenzen kennt also unser Kunde und so interessiert ihn besonders, ob auch auf der Seite der Vermieter Beschränkungen zur Festsetzung der Miethöhe existieren.

Frage: „Der Mietpreisbremse wurde noch vor kurzem in jedem vorstellbaren Medium ein Beitrag gewidmet. Ist tatsächlich alles geklärt?“
Antwort: „Ja, denn die sogenannte Mietpreisbremse wurde am 01.10.2014 vom Bundeskabinett beschlossen. Mit dem Mietrechtsnovellierungsgesetz vom 05.03.2015 und der Zustimmung des Bundesrats am 27.03.2015 sind alle Hürden genommen, sodass das Gesetz zum 01.06.2015 in Kraft getreten ist.“

Frage: „Nachdem das Gesetz erst seit kurzem gilt, kann ich auf die Regelungen der Mietpreisbremse denn schon zurückgreifen, auch wenn ich kurzfristig einen Vertrag unterschreibe?“
Antwort: „Das hängt davon ab, wo Sie wohnen bzw. zukünftig leben wollen. Nach Inkrafttreten des Gesetzes müssen die Bundesländer tätig werden und Gebiete mit angespannten Wohnungsmärkten ausweisen. Nur dort gilt dann die Mietpreisbremse für maximal fünf Jahre. Das bedeutet, dass in diesen Gebieten die neue Miete bei einem Mieterwechsel nicht mehr als zehn Prozent über dem ortsüblichen Mietspiegel-Niveau liegen darf.“

Frage: „Was mir außerdem immer wieder aufgefallen ist, waren Provisionen, die bei Mietangeboten über Immobilienmakler verlangt wurden. Ich dachte auch hierzu gibt es nun ein Gesetz, welches die Zahlung der Provisionen durch den Mieter neu regelt?“
Antwort: „Hierbei geht es um das sogenannte Bestellerprinzip. Danach muss derjenige den Immobilienmakler zahlen, der ihn beauftragt hat. Das Bestellerprinzip wird ebenfalls im Mietrechtsnovellierungsgesetz geregelt und tritt zusammen mit der Mietpreisgrenze in Kraft.“

Schlüssel und Mietordner werden übergeben. ratgeber bauen

Geschafft! Der Vertrag ist unterschrieben, der Mietordner und die Schlüssel werden an die neuen Mieter übergeben. – Foto: Martin Jenichen

Eine der wichtigsten Änderungen: das Bestellerprinzip

Frage: „Beauftrage ich als Mieter einen Immobilienmakler mit der Suche einer Wohnung, muss ich die Provision bezahlen. Ist das nicht bereits schon heute so?“
Antwort: „Das ist richtig. Auch diese Konstellation ist durch das Bestellerprinzip geregelt. Die Neuregelung im Gesetz betrifft jedoch insbesondere die Beauftragung eines Immobilienmaklers durch Vermieter von Wohnungen und Häusern. Wichtig ist, dass mit Inkrafttreten des Gesetzes die Vorgehensweise gilt: wer den Auftrag zur Vermietung bzw. Suche und Anmietung an einen Immobilienmakler gibt, sei es Vermieter oder zukünftiger Mieter, muss die Provisionskosten tragen.“ 

Laut Angaben des Deutschen Mieterbundes und des Immobilienverbands IVD funktioniert das Bestellerprinzip bereits jetzt sehr gut. Da der Markt für die Makler mit dem neuen Gesetz aber deutlich schwieriger wurde, werden – wenn auch bisher nur vereinzelt – Versuche gemeldet, das Gesetz zu umgehen:
So zeigen manche Inserate nur Beispielbilder und –daten, wer interessiert ist, soll ein Auftragsformular an den Makler senden. Ein anderer Makler verlangt bei Vertragsabschluss eine „Servicegebühr“ in Höhe von zwei Monatskaltmieten, für die der Mieter „Hilfe bei technischen Fragen“ und „Veranstaltungstipps“ erhält. Es wurde von einer „Bearbeitungsgebühr“ berichtet, es gibt Kleingedrucktes in der Mail, dass dem Mieter beim Melden auf ein Inserat einen Suchauftrag unterstellt und manche Makler behaupten, dass diese Regelung für möblierte Wohnungen nicht gelte.

All das ist unzulässig und kann für den Makler richtig teuer werden.

Ulrich Ropertz, Pressesprecher des Deutschen Mieterbundes sprach diesbezüglich in einem Interview von wenigen schwarzen Schafen, die es auch vor dieser Regelung schon gegeben habe. Weiter sagte Ropertz, dass es für einen Makler keine wirtschaftlich vernünftige oder legale Möglichkeit gebe, dieses Gesetz zu umgehen. Denn zum einen riskiere er so Geldbußen bis zu 25.000 Euro, zum anderen bestehe das Risiko, dass der Mieter nicht zahle oder sein Geld zurückfordere. Der Anspruch darauf verjähre erst nach drei Jahren. 

Frage: „Ich habe vor allem das Internet nach guten Angeboten durchforstet. Ich kam mir oft wie im Schlussverkauf vor, denn einige Angebote waren schon wenige Stunden nach Veröffentlichung nicht mehr zu haben. Bei einer solchen Geschwindigkeit werden Zusagen sicher nicht selten durch Mieter zurückgezogen. Ist das überhaupt möglich und wie sehen die Konsequenzen aus?“
Antwort: „Hierbei ist das Widerrufsrecht relevant. Dazu gibt es seit Mitte 2014 für online geschlossene Maklerverträge – wie bereits seit Längerem für sonstige Bestellungen per Internet – ein Widerrufsrecht. Wie in der oben beschriebenen Situation, könnte der Mieter die Zusage zu einem online geschlossenen Maklervertrag widerrufen. Er muss dabei keine Kostenbelastung fürchten.“ 

Frage: „Gibt es eine Frist, die ich dafür einhalten muss?“
Antwort: „Der Mieter hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht und zwar immer dann, wenn eine Provision vereinbart wurde. Geregelt ist das im Gesetz zur Umsetzung der EU-Verbraucherrechterichtlinie und zur Änderung des Gesetzes zur Regelung der Wohnungsvermittlung.“

Mehr zu diesen Themen, zu Immobilien und über GARANT erfahren Sie auf der Firmenwebseite.

 

 

 

 

O. Rautenberg