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Wenn der Sauger draußen steht

Wir kennen es aus amerikanischen Filmen der 1950er und 1960er Jahre: Die Hausangestellte stöpselt den Saugschlauch in die Wand und legt los. Besonders in Nordamerika konnte sich der Zentralstaubsauger etablieren; hier in Deutschland führt er bisher nur ein Nischendasein. Nur warum eigentlich?

Das Prinzip des Zentralstaubsaugers ist schon fast 100 Jahre alt und einfach erklärt: Eine zentrale und leistungsstarke Saugeinheit steht stationär außerhalb der Wohnräume, meist im Keller oder in der Garage. In den einzelnen Räumen befinden sich Steckdosen, in welche die Saugleitung mit Saugrohr und entsprechendem Kopf eingesteckt wird. Bei luxuriöseren Varianten verschwindet der Schlauch in der Wand und muss nur herausgezogen werden. Die Steckdosen wiederum sind per Rohrsystem mit der Saugeinheit verbunden.

Heinemann Zentralstaubsauger Grafik - ratgeber bauen

Aufbau eines Zentralstaubsauger-Systems samt der verwendeten Komponenten im grafischen Aufbau. Foto: Heinemann

Der auffälligste Vorteil ist sicherlich der Komfortgewinn: Lästiges Herumziehen oder gar der Transport eines normalen Staubsaugers über mehrere Stockwerke entfällt ebenso wie das immer wiederkehrende Ein- und Ausstecken des Stromkabels und das Anrempeln von Möbelstücken. Die Geräuschbelastung ist außerdem deutlich geringer als bei herkömmlichen Modellen.

Der Zentralstaubsauger lässt sich auch nachrüsten: Nicht genutzte Lüftungen, Wandschränke, Keller oder Treppen können dafür gut genutzt werden. Wo es nicht anders machbar ist, lassen sich die Saugleitungen auch verblenden, damit das Raumbild nicht unnötig gestört wird. Laden Sie hierfür unbedingt einen Fachmann zum Ortstermin ein, denn er erkennt mögliche Hindernisse eher als der Laie.

Heinemann Zentralstaubsauger - ratgeber bauen

Praktisch, stressfrei, leise und hygienisch: der Zentralstaubsauger. Foto: Heinemann

Ein Traum für Allergiker

Einer der größten Nachteile des herkömmlichen Bodenstaubsaugers ist, dass selbst der beste Filter nicht verhindern kann, dass Gerüche, feinste Staubpartikel, Krankheitserreger oder Allergene wieder zurück in die Raumluft geblasen werden. Dort werden sie verwirbelt, setzen sich im Raum ab oder werden von den Bewohnern eingeatmet. Beim Zentralstaubsauger steht die Saugeinheit im Keller oder in der Garage, Staub und Schmutz landen somit außerhalb der Wohnräume. Besonders für Allergiker ist dies eine immense Steigerung des Wohlbefindens und das Interieur verstaubt weit weniger.

Nicht günstig, aber „preis-wert“

Ein Schnäppchen ist ein Zentralstaubsauger-System auf keinen Fall, dennoch kann es eine lohnende Investition sein. Die Kosten für ein solches System sind natürlich von Ausführung sowie den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Bei einem Selbsteinbau und einem konventionellen System muss man mit 1500 Euro bis 2000 Euro rechnen. Bei einem Einbau durch einen Fachbetrieb, Geräten der gehobenen Klassen und reichlich Zubehör erreicht man schon recht einfach die 3000-Euro-Marke, was damit locker das 10-Fache der Anschaffungskosten eines normalen Bodenstaubsaugers bedeutet.

ZSA Zentralstaubsauger - ratgeber bauen

So einfach wie das Einstecken eines Elektrogerätes: Der Zentralstaubsauger starten beim Einstecken automatisch. Foto: ZSA

Dafür bieten einige Hersteller  15 Jahre Garantie auf die Systeme an. Zum Vergleich: Bei den Haushaltsgeräten sind 2 Jahre Garantie die Regel, 5 Jahre eine seltene Ausnahme.

Tipp: Planen Sie den Bau eines Fertighauses, so sollten Sie den Einbau eines Zentralstaubsaugers in Erwägung ziehen. Immer mehr Hersteller bieten diese Systeme an, die Voraussetzungen sind perfekt und die Mehrkosten überschaubar. λ

Vorteile:

  • kein Tragen eines Staubsaugers über mehrere Etagen
  • kein Hinterherziehen eines Staubsaugers
  • Keine Staubbelastung durch feine Partikel: hygienischer, allergikerfreundlich
  • deutlich geringere Geräuschbelästigung
  • kein unangenehmer Geruch aus Filterbeutel
  • Entleerung der Beutel/Schmutzbehälter erfolgt wegen größerem Volumen seltener
  • Kehrdose in Küche kann Kehrschaufel ersetzen (komfortabel Krümel aufsaugen)
  • hohe Saugleistung (im privaten Bereich je nach Größe bis zu zwei Nutzer gleichzeitig möglich)
  • Möbel und Türzargen werden geschont (kein Anstoßen eines Staubsaugers)
  • bequemes Saugen des KFZ durch möglichen Anschluss in der Garage
  • Wertsteigerung der Immobilie

Nachteile:

  • Hohe Anschaffungskosten: Meistens über 1500 Euro
  • Planung der Staubsaugeranlage sollte früh beim Neubau erfolgen, da eine Nachrüstung größeren Aufwand mit sich bringt
  • Probleme in Kombination mit einer Lüftungsanlage (Wohnraumlüftung) möglich
  • Aufgewärmte Luft im Haus wird durch die Anlage nach außen gepustet
  • Zentralgerät und Saugschlauch benötigen etwas mehr Platz als ein
    normaler Staubsauger
O. Rautenberg