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Erzeugen Sie Ihren Strom einfach selbst

Solarmodule sind die Herzstücke von Photovoltaikanlagen und erzeugen aus Sonnenstrahlen elektrischen Strom. Dieser Überblick zeigt, worauf es bei der Planung und Auswahl einer PV-Anlage ankommt.

Eine PV-Anlage besteht aus den eigentlichen Solarmodulen, einem Befestigungssystem, der Gleichstromverkabelung, dem Wechselrichter, einem separaten Zähler sowie dem Haus- und Netzanschluss. Wer darüber hinaus den selbst erzeugten Strom für „schlechte Zeiten“ speichern möchte, benötigt zusätzlich einen Batteriespeicher.

Stromspeicher ermöglichen die Optimierung des Eigenverbrauchs, sodass die Stromkosten nachhaltig gesenkt werden können (Solarwatt).

Stromspeicher ermöglichen die Optimierung des Eigenverbrauchs, sodass die Stromkosten nachhaltig gesenkt werden können (Solarwatt).

Das ergibt auch Sinn, denn für Betreiber privater PV-Anlagen ist es inzwischen günstiger, den Solarstrom selber zu verbrauchen, als ihn in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen und dafür die Einspeisevergütung zu erhalten. Bereits seit 2011 liegt die Einspeisevergütung unter dem Strompreis. Doch vor der Wahl des Stromspeichers gilt es einiges anderes zu beachten:

 

Was genau gehört ins Angebot?

  • Anzahl, Hersteller und Typ der PV-Module
  • Wechselrichter, Montagesystem und Verkabelung
  • Schutzeinrichtungen
  • Anmeldung beim Netzbetreiber
  • Netzanschluss nach dessen technischen Vorgaben
  • Inbetriebnahme durch den Errichter und die Erstellung einer Ertragsprognose mit Wirtschaftlichkeitsberechnung (Letztere fordert in der Regel auch die finanzierende Bank ein)
  • Modulplan zur Dachbelegung
  • detaillierte Erläuterung der wichtigsten Bauteile und ihrer Kriterien

Viele Zahlungsvereinbarungen bedingen, dass der Kunde erheblich in Vorleistung geht. Zahlungen sollten aber nie per Vorkasse, sondern nur bei Erhalt der Ware oder nach erbrachter Leistung geleistet werden. Beispiel:

  • 60 Prozent nach Lieferung der Bauteile
  • 20 Prozent nach Montageende
  • 20 Prozent nach Inbetriebnahme und Dokumentationsübergabe

 

Deutsche Partner im Reklamationsfall
Deutsche Markenprodukte haben ihren Preis. Aus dem Ausland, vor allem Asien gibt es auch preiswerte und gute Qualitäten. Existieren sollte jedoch zumindest eine größere deutsche Niederlassung, damit es im Reklamationsfall einen Ansprechpartner in Deutschland gibt. Auf kleineren Dachflächen im Eigenheim-Bereich machen Module mit hohem Wirkungsgrad, beispielsweise mit mono- oder polykristallinen Strukturen, Sinn. Dünnschichtmodule mit geringem Wirkungsgrad sind eher bei großen Dachflächen einsetzbar. Der Wechselrichter als Herzstück der Anlage sollte von einem Markenhersteller stammen und einen Wirkungsgrad von mindestens 98 Prozent haben. Bei der Verkabelung sind UV-beständige Ummantelungen obligatorisch. Sie müssen zusätzlich außerhalb des Modulfeldes in feste Kabelkanäle zum Schutz gegen Sonne, Niederschlag, Eis und Nagetierverbiss verlegt werden. Neben allgemeinen Schutzeinrichtungen wie der Überstromsicherung können je nach Gebäudeart weitere Schutzmaßnahmen erforderlich oder empfehlenswert sein. Vorhandener Blitzschutz darf nicht überbaut werden. Ein Überspannschutz vor den Wechselrichtern und dem Hausanschluss ist wichtig.

Bereits 2014 hatte das Sonnenhaus-Institut die neuen Kategorien Sonnenhaus Standard, Plus, Autark, f (mit fossiler Nachheizung) und Sonnenhaus im Bestand entwickelt. Der Begriff „Sonnenhaus“ bezeichnet Häuser, die durch „intelligente Eigenversorgung mit Energie betrieben werden.

Bereits 2014 hatte das Sonnenhaus-Institut die neuen Kategorien Sonnenhaus Standard, Plus, Autark, f (mit fossiler Nachheizung) und Sonnenhaus im Bestand entwickelt. Der Begriff „Sonnenhaus“ bezeichnet Häuser, die durch „intelligente Eigenversorgung mit Energie betrieben werden.

Einfordern: Dokumentation und Einweisung
Nach DIN VDE 0126-23 muss der Anlagenerrichter nach Fertigstellung eine vollständige Dokumentation aller Anlagenteile übergeben, zu denen auch Prüfprotokolle und eine Bestätigung gehören, dass die Anlage nach VDE-Vorschriften geprüft und der Betreiber angemessen eingewiesen wurde. Teil der Dokumentation müssen auch Gewährleistungs- und Garantiebedingungen sowie Hinweise zur Anlagenwartung sein. Eine offizielle Abnahme der Anlage durch den Betreiber ist in der Regel nicht vorgesehen. Es kann aber sinnvoll sein, die Anlage und die relevanten Unterlagen von einem unabhängigen Sachverständigen kontrollieren zu lassen.

Gewährleistung ist nicht gleich Garantie
Nach derzeitiger mehrheitlicher Rechtsprechung beträgt die gesetzliche Gewährleistung bei PV-Anlagen derzeit nur zwei Jahre. Empfehlenswert ist es, beim Installateur zumindest fünf Jahre Gewährleistungsfrist einzufordern. Die Gewährleistung erstreckt sich auf alle vom Installateur erbrachten Leistungen mit Nachbesserungsanspruch bis hin zur Rückabwicklung. Garantien unterliegen dagegen nur den vom Hersteller definierten Garantiebedingungen, die meist weit hinter gesetzlichen Ansprüchen liegen. Das können zum Beispiel Garantien auf Module, Modulleistung oder den Wechselrichter sein. Mit dem Hinweis auf Garantien als Ersatz für Gewährleistung sollte man sich nicht abspeisen lassen.

Installation und Wartungsvertrag nicht unbedingt in die gleichen Hände legen
Ein Wartungsvertrag ist in der Regel sinnvoll, um Ausfälle und Minderleistungen zu vermeiden. Ob sie in den Händen des Errichters gut aufgehoben ist, muss geprüft werden. Eigene Installationsfehler wird dieser nicht unbedingt entdecken und auch nicht im Zuge der Gewährleistung freiwillig beseitigen. Verbindet der Installateur den Wartungsvertrag mit einer Verlängerung der Gewährleistung, kann das unter Umständen sinnvoll sein. Alternativ kann man die Kontrolle auch in die Hände eines unabhängigen Fachmanns legen.


Ein Tipp vom Bauherren-Schutzbund e.V.
Ein unabhängiger Sachverständiger kann Hausbesitzer bei der Bewertung und Überprüfung vorliegender Angebote für die Errichtung einer PV-Anlage beraten und unterstützen. Die Kosten einer Angebots- und Planungsprüfung sind gut investiertes Geld, denn sie geben mehr Sicherheit bei einer Investitionsentscheidung, die sich mindestens für die nächsten 20 Jahre rechnen soll. Mehr Infos zum Thema gibt der BSB Ratgeber aktuell „Angebotscheck für Photovoltaikanlagen“, der in der Rubrik „Verbraucherservice“ auf www.bsb-ev.de kostenlos heruntergeladen werden kann. Quelle: Bauherren-Schutzbund e.V.

O. Rautenberg