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Strom, selbst gespeichert

Das Interesse an Energiespeichern wächst bei Besitzern von Ein- und Mehrfamilienhäusern. Noch sind die Speicher sehr teuer, doch ein deutsches Unternehmen und ein Automobilhersteller aus den USA sorgen für frischen Wind.

Jahrelang hatten die Betreiber von Solaranlagen nur ein Ziel: Möglichst viel Solarstrom teuer ins Netz einspeisen und günstigen Strom aus dem Netz beziehen. 2004 beispielsweise betrug diese Vergütung 60 Cent pro Kilowattstunde, was bei den damaligen Kosten für Netzstrom von 17,5 Cent pro Kilowattstunde ein durchaus einträgliches Geschäft war. Leider haben sich die Bedingungen mittlerweile radikal geändert: Während der Preis für Netzstrom auf circa 28 Cent für eine Kilowattstunde gestiegen ist, fiel die Einspeisungsvergütung auf circa 12 Cent. Die Eigennutzung ist somit attraktiv wie nie.

RWE HomePower Storage Eco - ratgeber bauen

RWE bietet seinen Stromspeicher HomePower Storage Eco in Versionen mit 4,5 kW, 9 kW und 13,5 kW Speicherkapazität an. Fotos: RWE

Steigende Nachfrage

Da Strom auch benötigt wird, wenn die Sonne nicht scheint, sind Stromspeicher erforderlich. Auch wenn die Nachfrage zugenommen hat und die genehmigten Anträge für das Speicherförderprogramm der KfW von 340 im ersten Halbjahr auf über 600 im zweiten Halbjahr 2014 gestiegen sind – die Stromspeicher für Zuhause sind noch immer sehr teuer. Allerdings ist eine leichte Besserung in Sicht: So ist der Durchschnittspreis für Lithium-Batterien 2014 um rund 20 Prozent gesunken. Analysten rechnen 2015 zwar mit weiteren 15 Prozent, dennoch fangen die Preise zur Zeit noch immer bei ungefähr 1300 Euro pro gespeicherter Kilowattstunde an. Man muss außerdem damit rechnen, dass die Akkus, je nach Belastung und Qualität, innerhalb von 7 bis 15 Jahren ausgetauscht werden müssen. Auch das ist ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Trotz Preissenkung noch immer teuer

Die steigende Nachfrage würdigt damit auch, dass die Systeme einfacher, leistungsfähiger und betriebssicherer geworden sind, die Kinderkrankheiten sind weitestgehend passé. Die Produktpalette ist groß und die verschiedenen Hersteller buhlen mit Lithium-Technologie, Bleisäure- oder Bleigelspeichern um Kunden. Die Zeitschrift FOCUS nannte 2015 in einer Marktübersicht für Systeme mit Bleiakkus durchschnittliche Herstellerpreise von 10.280 Euro, bei den Systemen mit Lithium-Akkus lag der Preis im Schnitt bei 15.435 Euro.

Vergleichsweise günstig

In diese Preisgestaltung grätscht nun der Automobilhersteller Tesla mit seiner „Powerwall“ besonders publikumswirksam hinein. Die kalifornische Firma, die mit dem „Model S“ bereits sehr erfolgreich im Automobilmarkt mitmischt, kündigt – ganz amerikanisch unbescheiden – nicht weniger als „eine Revolution des Energiemarktes“ an: CEO Elon Musk möchte einen Lithium-Akku mit 7 Kilowattstunden Kapazität für gerade einmal 3000 Dollar (2670 Euro) anbieten. Addiert man den Preis eines zusätzlich erforderlichen Wechselrichters, so steigt der Großhandelspreis in Deutschland auf rund 4216 Euro*.

Tesla Powerwall Garage - ratgeber bauen

Sie sieht, wie das Auto, schon mal gut aus: Die Tesla Powerwall. Was sie wirklich kann und was sie in Deutschland kosten wird, steht noch nicht endgültig fest. Foto: Tesla

Natürlich kann man diese vorab veröffentlichten und mit Vorsicht zu genießenden US-Preise nicht 1:1 auf Deutschland übertragen. Für ein bekanntes US-Handy zahlt man vor Ort beispielsweise auch umgerechnet 120 Euro weniger als hierzulande. Daher bleibt abzuwarten, wie die Preisgestaltung in Deutschland und Europa am Ende aussehen wird. Immerhin sollen Amazon und ein amerikanischer Energieversorger bereits 2500 Pakete im geschätzten Wert von rund 556 Millionen Euro geordert haben, die Produktion soll angeblich schon bis ins Jahr 2016 ausverkauft sein. Allerdings verschiebt sich die Markteinführung immer wieder. So bleibt allen potenziellen Kunden, den Interessierten und Mitbewerbern bislang nur eine Möglichkeit: Warten, um irgendwann feststellen zu können, ob die Versprechen auch eingehalten werden.

SENEC.Home - ratgeber bauen

Auch aus Deutschland kommen innovative, zuverlässige und hochwertige Stromspeicher.
Bild: Senec.Ies/Deutsche Energieversorgung GmbH

Es wird noch besser, es dauert nur ein wenig

Auch die aktuellen Top-Batterien sind noch nicht gut genug: Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten daran, den Lithium-Speicher durch ein besseres System abzulösen: In Aachen entsteht gerade ein Fünf-Megawatt-Großspeicher, der aus fünf Modulen mit unterschiedlichen, bereits bekannten Batterietechnologien zusammengebaut wird. Ziel ist es, in der Praxis zu erforschen, welcher Speichertyp für das Stromnetz am wirtschaftlichsten ist und wann eine Kombination aus verschiedenen Systemen sinnvoll sein kann. Beteiligt sind unter anderem der Bund, Vertreter der Industrie wie E.ON und die RWTH Aachen. Die Erkenntnisse sollen in die Entwicklung zukünftiger Batteriespeicher einfließen.

Solarwatt MyReserve - ratgeber bauen

Kann es optisch, technisch und auch preislich durchaus mit der Powerwall aufnehmen und ist vor allem jetzt schon erhältlich: Der Solarwatt Stromspeicher MyReserve. Bild: Solarwatt

Das Fraunhofer-Institut in Deutschland und die Harvard Universität in den USA forschen hingegen an einer Neuauflage der sogenannten Redox-Fluss-Batterie (auch Flüssigbatterie oder Nasszelle genannt): Diese gut 40 Jahre alte Technologie gilt als überaus effizient und langlebig. Die Batterien entladen sich kaum selbst, kennen zudem keinen Memory-Effekt und sind durch das Fehlen brennbarer Substanzen sehr risikoarm. Zusätzlich sind durch die bauartbedingte Trennung des Systems in Akkumulator und Elektrolyt-Tanks die Kapazität und die Leistung getrennt voneinander planbar, was definitiv einen der größten Vorteile gegenüber anderen Speicherformen darstellt.Information Stromspeicher - ratgeber bauen

Allerdings gibt es auch einen Haken: Redox-Flow-Batterien brauchen bislang chemische Lösungen und Katalysatoren, die sehr teure Materialien wie Vanadium und Palladium enthalten. Der Versuchsaufbau in Harvard läuft aktuell mit organischen Materialien: Dadurch lassen sich die Batterien nicht nur rund 1000 mal schneller be- und entladen, zusätzlich sollen die Kosten um zwei Drittel sinken: Mit einem Preis von circa 20 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität würde auch die Tesla Powerwall mit ihren 753 Euro beziehungsweise 477 Euro Speicherkosten pro Kilowattstunde (geschätzte Großhandelspreise, inklusive und exklusive Wechselrichter) ganz alt aussehen.

Aber bis diese Batterie den Weg in unsere Haushalte findet, dürften also noch ein paar Jahre vergehen.

*     Der Preis des Tesla-Zulieferers steht noch nicht fest, für diese Rechnung wurde deshalb der Preis des bereits erhältlichen
Wechselrichters von SMA für 1543 Euro zugrunde gelegt.
Beitragsbild: Tesla

Hier erhalten Sie einen Überblick über verschiedene Stromspeicher-Modelle:

Übersicht Stromspeicher-ModelleStromspeicher-Modelle Pdf

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O. Rautenberg