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Fragen Sie Ihren Herd doch selbst!

Smarthome – was ist das eigentlich? Die meisten von uns denken da an zentral gesteuertes Licht, vielleicht auch noch an automatische Rollläden. Doch es gibt noch viel mehr Teilbereiche und Möglichkeiten. Wir bringen Sie auf den neuesten Stand.

Gira Control - ratgeber bauen

Gira Control Panel. (Foto: Gira)

Unter all den verschiedenen Aspekten, die mit dem Smarthome verbunden sind, ist der Punkt Sicherheit definitiv ein ganz großes Thema. Die Einbruchszahlen in Deutschland steigen stetig und somit auch das Bedürfnis des Menschen, sich selbst und sein Hab und Gut in Sicherheit zu wissen. Eine einfache Alarmanlage mit Bewegungsmelder ist zwar schon eine gute Idee, allerdings wird ein derartiges System erst durch die Kommunikation der einzelnen Sensoren und Geräte untereinander und das Auslösen von durch Regeln festgelegten Aktionen wirklich smart. So kann zum Beispiel eine Kamera immer dann ein Foto machen, wenn eine Tür geöffnet wird und dabei gleichzeitig eine Bewegung im Raum erkannt wird. Doch diese modernen Sicherheitssysteme bieten nicht nur Schutz vor unbefugten Eindringlingen, sie sorgen auch für ein gesundes Raumklima: Sensible Sensoren können nicht nur Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen, sie überwachen die Luft auch auf Kohlenmonoxid- oder Pollenkonzentration.

Telenot Magnetkontakt - ratgeber bauen

Magnetkontakte können auf Wunsch mit einem Gasmelder kommunizieren: Tritt zu viel Gas aus, öffnen sich automatisch die Fenster (Foto: Telenot Electronic).

Ständige Raumluftkontrolle

Ist die Belastung der Raumluft durch gefährliche Stoffe wie zum Beispiel Gas zu hoch, kann ein Sicherheitsalarm ausgelöst und/oder direkt über das automatische Öffnen der Fenster durchgelüftet werden. Während Systeme wie die SA 2700 Funkalarmanlage von Blaupunkt mit bis zu 30 Zubehörteilen wie Sensoren und Meldern selbst installiert werden können, sollten größere und komplexere Systeme wie das Somfy TaHoma Connect, das neben einer Alarm- und Sicherheitsanlage beispielsweise auch Heizung, Sonnenschutz und Beleuchtung steuern kann, unbedingt von Fachbetrieben installiert werden. Generell gilt: Vor dem Kauf und der Installation solch komplexer Technik sollte man unbedingt auf die Erfahrung, die Qualität und die Prüfmethodik des Anbieters schauen. Eine neutraler Gradmesser für die zuverlässige Qualität von Komponenten und Alarmanlagen ist in Deutschland die VdS.

Neutrale Informationen einholen:

Die VdS (Vertrauen durch Sicherheit) ist eine unabhängige Institution des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und ist offizielles Organ für die Prüfung und Zulassung von Sicherheitsprodukten. Die dort geprüften Produkte sind von Polizei, Kripoberatungsstellen und den Versicherern anerkannt und empfohlen. Unter www.vds.de finden Sie weitere Informationen und alle VdS-zertifizierten Produkte, Firmen und Fachkräfte.

Licht und Einbruchsschutz

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Hausautomation. Sie macht nicht nur das Leben leichter, sie hilft auch sparen und ist Teil des Sicherheitskonzepts. Licht und Jalousien können unter anderem über Licht- und Witterungssensoren bedarfsgerecht gesteuert werden, zum Beispiel je nach Sonnenstand, Helligkeit oder Windstärke. Ist man nicht im Haus, hilft eine entsprechende Programmierung, nacheinander verschiedene, von außen sicht- und hörbare Komponenten wie Licht, Fernseher, Radio und Jalousienbewegungen zu steuern und damit Anwesenheit zu simulieren. Neben physischen Einbruchshemmern wie Schlössern und Riegeln gilt dies als wirksamste Form der Abschreckung.

Blaupunkt home security - ratgeber bauen

Das Basispaket der selbst installierbaren Alarmanlage SA 2700 von Blaupunkt (Foto: Blaupunkt)

Sinnlos heizen war gestern

Auch Heizung und Klimaanlage sind eingebunden: Ist man im Winter tagsüber oder für mehrere Tage außer Haus, so kann die Heizleistung auf das notwendige Minimum reduziert werden. Ein bis zwei Stunden vor Ankunft fährt die Heizung dann per Smartphone-App wieder auf Normalleistung hoch; damit ist das Haus bei der Rückkehr wieder gewohnt warm. Diese Technik spart Heizkosten ohne jegliche Komforteinbußen. Ist eine Klimaanlage vorhanden, so funktioniert dieses Prinzip umgekehrt natürlich auch im Sommer. Eine weitere Komponente ist smart metering, der intelligente Zähler: Er misst den tatsächlichen Verbrauch sämtlicher Ressourcen wie zum Beispiel Strom, Wasser und Gas und deren tatsächliche Nutzungszeit. Diese Informationen und das Smart Grid (siehe Infokasten unten), das intelligente Stromnetz, helfen dem Verbraucher nicht nur, sein Verbrauchsverhalten zu optimieren, es werden ihm über dieses System auch tageszeitabhängige Energiepreise genannt. Per Feedback wird dem Energieversorger im Gegenzug die Möglichkeit gegeben seine vorhandene Infrastruktur besser zu nutzen.

Loxone music server - ratgeber bauen

Schön und schlau: Der Loxone Music Server kann Musik aus zahlreichen Quellen in jeden Raum liefern und ist voll in das Smart Home System integrierbar, Alarm, Türklingel und Wecker inklusive. (Foto: Loxone)

Lassen Sie sich unterhalten – wann und wo Sie wollen

Neben der Steuerung von Sicherheit- und Energiesparmaßnahmen können auch die Dinge gesteuert werden, die Spaß machen, denn Sie können natürlich auch Ihre Unterhaltungselektronik in das System einbinden.

So können Medien wie Filme, Fotos oder Musikdateien auf einem zentralen Server gespeichert und von verschiedenen Orten aus abgerufen werden. Hierbei ist eine punktgenaue Steuerung möglich: Während Person Nummer 1 im Wohnzimmer Fernsehen schaut, sieht Person Nummer 2 in einem anderen Raum einen Spielfilm und Person Nummer 3 hört in allen anderen Räumen Musik. Loxone zum Beispiel bietet mit dem Music Server, dem 12-Kanal-Verstärker und dem Wall Speaker ein perfekt aufeinander abgestimmtes System, das Musikdateien aus verschiedensten Quellen wie der eigenen Festplatte, Streaming-Diensten, Netzwerk und WLAN, sowie AirPlay abspielen kann. Lautstärke und Klang können dabei vom Smartphone aus geregelt werden. Zusätzlich können Alarme – auch gesprochen – die Türklingel oder sogar der Wecker übertragen werden. Der Vorteil, wie auch bei der Loxone Hausautomation: Das System ist nachrüstbar.

Der Backofen weiß, wie es der Waschmaschine geht

Noch eher stiefmütterlich geht es bei der Haushaltsgeräte-Automation zu, was in erster Linie daran liegt, dass das Angebot hier noch recht überschaubar ist. Es gibt zwar schon einige vernetzbare Haushaltsgeräte, meist sind es aber die recht teuren Topmodelle der Hersteller. Wie bei den Autoherstellern, wo Innovationen wie Airbag oder ABS auch erst in den Luxus-Modellen erschienen, wird es im Bereich der weißen Ware (Geschirrspüler, Waschmaschine etc.) noch etwas dauern, bis diese Features in der Mittelklasse oder sogar darunter ankommen. Möglich ist aber auch heute schon einiges: Entsprechend vernetzt, kann sich der Backofen nicht nur anhand digitaler Rezepte die passenden Einstellungen laden, in seinem Display ist auch der Status der Waschmaschine im Keller abrufbar. Oder stellt der Energieversorger nachts günstigeren Strom zur Verfügung, bemerkt dies die Waschmaschine und startet daraufhin erst den Waschvorgang. Aber auch Geräte, die durchgehend Strom verbrauchen, profitieren davon. Bekommt ein smarter Gefrierschrank nachts das Signal für den günstigeren Strom, so senkt er die Temperatur weiter ab. Sobald er wieder den teureren Strom bezieht, schaltet er den Kompressor zur Kühlung solange aus, bis die Ausgangstemperatur erreicht ist. Je größer die Preisdifferenz zwischen teurem und günstigem Tarif des Energieanbieters ist, desto mehr Einsparpotenzial bietet sich. Zu guter Letzt ist auch bei den Haushaltsgeräten das Thema Sicherheit präsent: Die klassische Urlaubsfrage, ob sie den Herd angelassen haben, kann er Ihnen jetzt selbst beantworten.

Was ist was?

Smarthome: „Schlaues Haus“ oder auch „intelligentes Wohnen“, ein Oberbegriff für technische Verfahren und Systeme in Wohnmöglichkeiten auf Basis vernetzter und fernsteuerbarer Geräte und Installationen sowie automatisierbarer Abläufe. Im Mittelpunkt stehen Erhöhung von Wohn- und Lebensqualität, Sicherheit und effiziente Energienutzung.

Smart Grid: „Intelligentes Stromnetz“, umfasst die kommunikative Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern, Speichern, elektrischen Verbrauchern und Netzbetriebsmitteln in Energieübertragungs- und -verteilungsnetzen der Elektrizitätsversorgung.

Smart Meter: Auch „intelligenter Zähler“ genannt, ist ein Zähler für Energie, der dem Anschlussnutzer den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit anzeigt. Er ist in ein Kommunikationsnetz eingebunden und kann (modellabhängig) die erhobenen Daten automatisch an das Energieversorgungsunternehmen übertragen, was diesem eine intelligente Netz- und Ressourcensteuerung ermöglichen soll. Neben intelligenten Stromzählern gibt es auch intelligente Zähler für den Gas-, Wasser- und Wärmeverbrauch.

O. Rautenberg