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Jetzt wird’s wieder kuschelig – heizen mit Holz

Wenn es jetzt in Herbst und Winter draußen wieder kalt und ungemütlich wird, gibt es nichts Schöneres, als ein warmes und gemütliches Zuhause. Heizen mit Holz liegt wieder im Trend, sei es mit einem kleinen Ofen, mit offenen Kaminen und Kachelöfen oder mit dem pelletbetriebenen Heizkessel im Keller. Doch welches Holz eignet sich am besten zum Heizen und wo bekomme ich es her? Die Waldschutzorganisation PEFC gibt Tipps, wie Sie beim Heizen mit Holz den Wald und die Umwelt schonen können.

In moderne, emissionsarme Öfen investieren

Wer die eigenen vier Wände mit Holz beheizen möchte, hat die Wahl zwischen Einzelraumfeuerungsanlagen (Pelletöfen, Kachelöfen, Kaminöfen) oder der Investition in eine holzbetriebene Zentralheizung, die alle Räume im Haus beheizt. Für beide Varianten hat die Industrie in den vergangenen Jahren moderne Anlagen mit einer optimalen Wärmeausnutzung sowie einem geringen Brennstoffverbrauch und gutem Emissionsverhalten entwickelt. Moderne und effiziente Öfen und Holzheizkessel verfügen mittlerweile oft über eigene (eingebaute) Abgassensoren, die permanent die Verbrennung überwachen und diese in einem gewissen Rahmen optimiert und regelt. Sie sorgen automatisch dafür, dass Sie nur wenig tun müssen. Auch die richtige Größe und das Leistungsvermögen – angegeben in Kilowatt [kW] – des Kaminofens oder des Heizkessels spielen eine wichtige Rolle. Lassen Sie sich deshalb vor dem Kauf unbedingt von einem Energieberater, Schornsteinfeger oder Heizungsbauer beraten. Eine zu große Anlage läuft überwiegend bei verminderter Leistung und verursacht deutlich erhöhte Emissionen bei einem geringen Wirkungsgrad.
Seit 2015 gelten zudem strengere Grenzwerte für Feinstaub- und Kohlenmonoxid-Emissionen. Wer bereits einen Kamin oder eine Holzheizung besitzt, sollte deshalb prüfen, ob die Anlage ausgetauscht oder mit einem Staubfilter nachgerüstet werden muss.

Brennholz zum selber machen. Viele Forstbetriebe bieten PEFC-zertifiziertes Holz „im Stamm liegend ab Waldweg“ an. (Foto: PEFC)

Brennholz zum selber machen. Viele Forstbetriebe bieten PEFC-zertifiziertes Holz „im Stamm liegend ab Waldweg“ an. (Foto: PEFC)

Geeignete Brennstoffe mit nachhaltiger Herkunft verwenden

Für Zentralheizungen und moderne Wohnzimmeröfen eignen sich Holzpellets als verlässlicher Brennstoff. Holzpellets werden aus unbehandelten Säge- und Hobelspänen sowie naturbelassenem Restholz hergestellt und besitzen eine hohe Energiedichte. Ein weiterer Vorteil liegt in der guten Transport- und Lagerfähigkeit sowie den niedrigen Emissionen. Pellets verbrennen sehr sauber, es gibt wenig Asche als Rückstand. Des Weiteren lassen sich Holzpellets aufgrund ihrer genormten Form automatisch zünden.  Bei modernen Pelletheizungen wird der Brennstoff vollautomatisch in die Brennkammer befördert. Einmal richtig eingestellt, ist der Bedienungskomfort einer Pelletheizung genauso hoch wie der einer Öl- oder Gasheizung.

Um die Umwelt und Ihre Gesundheit zu schützen, sollten Sie nur qualitativ hochwertige Brennstoffe verfeuern. Verwenden Sie am besten regionales Holz aus nachhaltig bewirtschaften Wäldern (zu erkennen am PEFC-Logo). Dank der kürzeren Transportwege verringert sich der CO2-Ausstoß, die Bewirtschaftung nach den PEFC-Standards stellt sicher, dass der Wald auch in Zukunft noch ausreichende Holzvorräte besitzt. Beim Kauf eines emissionsarmen Ofens helfen das Umweltzeichen „Blauer Engel“ sowie die Qualitätssiegel „DINplus“ und „ENplus“.

Holzfeuchtemessung_PEFC

Digitales Messgerät zur Bestimmung der Holzfeuchte (Foto: KOLLAXO)

Getrocknete Laubhölzer haben die beste Brenndauer

Besonders beliebt für warme und kuschelige Stunden vor dem Feuer sind Kaminöfen. Die Wärme von Kaminen ist wohliger als die trockene Heizungsluft und der Anblick des knisternden Feuers wirkt beruhigend und entspannend. Zum Befeuern von Kaminen eignet sich am besten Scheitholz. Ganz wichtig für die Umwelt und eine gute Nachbarschaft ist der richtige Feuchtegehalt des Holzes. Je feuchter das Holz ist, desto höher liegt die Konzentration umwelt- und gesundheitsschädlicher Stoffe wie Kohlenmonoxid, Ruß und Feinstaub. Auch die Rauchentwicklung ist bei nassem Holz deutlich höher als bei getrocknetem Holz. Optimal ist ein Restfeuchtegehalt bis maximal 15 Prozent, der meist erst nach einer Lagerung von zwei bis drei Jahren erreicht wird.

Laubhölzer wie die Buche haben die beste Brenndauer. Sie brennt fast genauso gut wie Kohle und erzeugt ein schönes Flammenbild. Auch Eiche, Esche und Kirschbaum sind sehr beliebte Kaminhölzer. Nadelhölzer sind dagegen eher für geschlossene Kamine geeignet. Durch den hohen Harzgehalt neigen sie zum Funkenflug, dafür riechen sie aber gut und knistern schön. Die Brenndauer von Fichtenholz ist sehr kurz, es verbrennt aber viel heißer und reinigt damit sogar den Kamin. Außerdem ist es das preiswerteste Holz. Behandelte Hölzer oder alte Möbelstücke (wie z.B. lackierte Regale) haben nichts im Ofen oder Kamin zu suchen.

Brennholz selber machen

Wer sein Brennholz direkt aus dem Wald beziehen und selber machen möchte, braucht dazu die Erlaubnis des Waldbesitzers bzw. des zuständigen Försters. Das Holz gibt es häufig „im Stamm liegend ab Waldweg“ zu kaufen, d.h. es muss erst selbst mit der Motorsäge in kleinere Stücke gesägt und gespalten werden, bevor es mit einem Anhänger abtransportiert werden kann. Dazu werden ein Motorsägenführerschein und eine entsprechende Schutzausrüstung benötigt. In PEFC-zertifizierten Wäldern dürfen Motorsägen zudem nur mit emissionsarmem Sonderkraftstoff und biologisch schnell abbaubaren Kettenhaftölen betrieben werden, um den Waldboden zu schützen. Der verpflichtende Nachweis über eine Teilnahme an einem qualifizierten Motorsägenlehrgang dient zudem dem Schutz der privaten Selbstwerber, der seit 2013 fest in den PEFC-Standards verankert ist. Wer es doch lieber etwas bequemer mag, kann PEFC-zertifiziertes Brennholz auch im Holzfachhandel erwerben.

Mehr Informationen zum Thema unter www.pefc.de

 

Siham Lamouri