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ErP-Richtlinie für Heizgeräte

Unser Umgang mit Energie ist im Wandel. Auch von Seiten der europäischen Gesetzgebung. Die ErP-Richtlinie (ErP = Energy-related Products) trägt maßgeblich dazu bei, die von der Europäischen Union vorgegebenen Ziele zu erreichen.

Bis zum Jahr 2020 sollen im Vergleich zum Jahr 1990 wichtige Stationen erreicht sein:

  • 20 % weniger Primärenergieeinsatz
  • 20 % mehr erneuerbare Energien
  • 20 % weniger CO2-Ausstoß

Vor diesem Hintergrund sorgt die ErP-Richtlinie dafür, dass energieverbrauchsrelevante Produkte (Energy-related Products) entsprechende Mindesteffizienz- und Mindestemissionsstandards erfüllen und eindeutig gekennzeichnet werden müssen. Was das seit dem 26. September 2015 auch für Wärmepumpen bedeutet, erläutern wir hier.
Die ErP-Richtlinie soll Verbraucher bei ihrer Entscheidung für ein umweltgerechtes Heizungssystem unterstützen. Gegenüber Heizungsherstellern definiert sie verbindliche Mindestanforderungen an die Energieeffizienz. Die Einteilung in Produktgruppen erfolgt in sogenannten Lots.
Bei Wärmepumpen sind das Lot 1 für Raum- und Kombiheizgeräte und ggf. das Lot 2 für Warmwasserbereiter relevant.
Um die ErP-Richtlinie umzusetzen, gibt es zwei Durchführungsverordnungen: die Ökodesign-Verordnung für die CE-Kennzeichnung und die Energiekennzeichnungsverordnung.

Die Energiekennzeichnung
Die Energiekennzeichnungsverordnung beschreibt, wie die neuen Energielabels aussehen. Sie definiert, welche Werte zur Einordnung in eine bestimmte Effizienzklasse notwendig sind. Die Labels sollen vor allem Verbrauchern helfen, Produkte unabhängig von Hersteller und Energieträger vergleichen und nach ihrer Effizienz auswählen zu können.

Die CE-Kennzeichnung
Die Ökodesign-Verordnung legt sogenannte Mindesteffizienz- und Mindestemissionsstandards fest. Nur Geräte, die sie erfüllen, erhalten eine CE-Kennzeichnung. Alle anderen dürfen nicht mehr in die EU eingeführt werden. Hier sind vor allem die Hersteller gefragt, mit Technologien zu arbeiten, die heute wie in Zukunft CE-konform sind.

Seit dem 26. September 2015 muss die Energieeffizienz von Raum und Kombiheizgeräten EU-weit gekennzeichnet werden. Dabei wird im direkten Vergleich mit fossilen Systemen deutlich: Wärmepumpen, die Energie mit Hilfe von elektrischem Strom aus der Umwelt ziehen, erzielen eine sehr gute Bewertung. Sie erreichen als einziges alleinstehendes Heizsystem die aktuell höchste Effizienzklasse A++.

Das neue Energielabel für Wärmepumpen bezieht sich auf Geräte mit einer Nennleistung von bis zu 70 kW. Wichtig ist, dass auf den Labels – anders als etwa bei einem Wäschetrockner oder Kühlschrank – die pauschale Angabe des Jahresenergieverbrauchs nicht funktioniert; denn er hängt in hohem Maße vom Gebäude ab, in dem das Heizgerät installiert wird. Um eine Vergleichbarkeit zu schaffen, wird daher die „jahreszeitbedingte Raumheizungsnergieeffizienz“ zugrunde gelegt.

Mitsubishi_Energielabel_ratgeber bauen

Kombiheizgeräte, die neben der Raumheizung auch die Bereitung von Warmwasser übernehmen, erhalten ein eigenes Label. Es ist um eine Skala von Effizienzklassen erweitert, die sich auf die Warmwasserbereitung beziehen.

Mitsubishi Energielabel für Kombiheizgeräte_ratgeber bauen

Warmwasserspeicher erhalten zusätzlich ein Label, das neben der Energieeffizienzklasse über ihre Warmhalteverluste und das Speichervolumen Auskunft gibt.

Mitsubishi_Energielabel für Warmwasserspeicher_ratgeber bauen

Eine Verbundanlage entsteht, wenn neben der Wärmepumpe weitere Komponenten in die Anlage eingebunden sind. Dabei werden Temperaturregler, Solareinrichtungen, Speicher und weitere Wärmeerzeuger berücksichtigt. Wird die Verbundanlage zusätzlich zur Warmwasser-bereitung genutzt, verfügt auch das Label über eine weitere Effizienzskala. Das Verbundlabel wird von Herstellern, Großhändlern oder Fachhandwerksbetrieben ausgestellt, je nachdem, wo die Anlage zusammengestellt wurde.

Während heute einzelne Anlagen maximal die Energieeffizienzklasse A++ erreichen, können Verbundanlagen bereits mit A+++ gekennzeichnet werden.

Mitsubishi_Energielabel für Verbundanlagen 1_ratgeber bauenBei Verbundanlagen aus Kombiheizgeräten und weiteren Komponenten wird zusätzlich die Warmwasserbereitungs-Energieeffizienz angegeben.

Mitsubishi_Energielabel für Verbundanlagen 2_ratgeber bauen

Fotos: Mitsubishi Electric

O. Rautenberg