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Das ideale Maß finden

Bewegung tut gut, aber nur eine körpergerechte – ohne ungesundes Verbiegen und Überdehnen der Wirbelsäule. Um sich in seiner neuen Wohnküche rundum wohlzufühlen, gilt es, das Thema Ergonomie im Auge zu behalten. Worauf es dabei im Wesentlichen ankommt, erläutert AMK-Geschäftsführer Kirk Mangels. 

Küchenergonomie - ratgeber bauen

Ästhetisch, komfortabel und ergonomisch zugleich: individuelle Arbeitshöhen entlasten den Rücken. Ebenso ein Sitz- bzw. Arbeitsplatz, z.B. an der Esstheke (links), unter der die Barhocker platziert werden können.

Viele Wege und noch mehr Handgriffe fallen täglich in einer Küche an. Dazu gehört auch das häufige Heben mitunter schwereren Küchenequipments, wie beispielsweise großer Pfannen, Bräter und Elektro-Kleingeräte. „Ein qualifizierter Küchenspezialist wird deshalb seinen Fokus immer auch auf eine ergonomische Planung legen und dazu persönlich Maß nehmen.

Persönlich Maß nehmen

Denn für jeden von uns gibt es eine individuell-ideale Arbeitshöhe“, so Kirk Mangels, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK) in Mannheim. „Sie liegt 10 bis 15 cm unterhalb der Ellbogenhöhe.“ Dieses neue und zeitgemäße Referenzmaß empfehlen übrigens auch die Arbeitswissenschaftler der TU Darmstadt. Früher ging man einfach von der Körpergröße aus, um die richtige Arbeitshöhe zu bestimmen. Da uns die Evolution jedoch neue Körpergrößen und -proportionen beschert hat, ermittelt ein Küchenplaner heute das persönlich-ideale Maß anhand der individuellen Ellbogenhöhe – denn daraus lässt sich dann die optimale persönliche Arbeitshöhe ableiten. Am schnellsten und exaktesten geht das mit dem AMK ergonoMeter, einem Messgerät, das speziell hierfür entwickelt wurde. Es steht im qualifizierten Küchenfachhandel sowie Möbelhäusern mit eigener Küchenfachabteilung.

Küchenergonomie - ratgeber bauen

Design-Küche mit einer elektrisch höhenverstellbaren Kochinsel. Kurze Wege und effiziente Arbeitsabläufe ergeben sich aufgrund der Planung entsprechender Funktionszonen beziehungsweise Arbeitsbereiche.

Eine flexible Komfortlösung für unterschiedlich groß gewachsene Küchennutzer sind elektrisch höhenverstellbare Sockelsysteme: Arbeitsplatten und Küchenschränke lassen sich per Knopfdruck damit um 200 mm auf die jeweils subjektiv angenehme Arbeitshöhe hoch- und  herunterfahren – je nachdem, ob eine stehende oder sitzende Tätigkeit ausgeübt wird.

Alles im Griff, übersichtlich und rutschfrei verstaut. Dies ermöglichen intelligent und ergonomisch perfekt durchdachte Schubkasten- und Auszugssysteme mit integrierter Dämpfung.

Zu weiteren ergonomischen Planungsmaßnahmen gehört die Trennung in einzelne Arbeitszonen bzw. Funktionsbereiche, wie Vorbereiten, Spülen, Kochen, Kühlen und Bevorraten. Dies ermöglicht kurze Wege sowie sinnvolle und effiziente Arbeitsabläufe.

Küchenergonomie - ratgeber bauen

Kochinsel mit unterschiedlich hohen Arbeitsflächen. Die Inselhaube sorgt für Bewegungsfreiheit am Kochfeld. Der Backofen ist ergonomisch in Sichthöhe eingebaut.

Arbeitsfläche: Viel hilft viel

Für alle vor- und zubereitenden Tätigkeiten ist ausreichend viel Arbeits- und Abstellfläche erforderlich. Auch hierfür gibt es ein wissenschaftlich untersuchtes und validiertes Referenzmaß. Dazu AMK-Geschäftsführer Kirk Mangels: „Wir empfehlen eine Mindestbreite der Hauptarbeitsfläche zwischen Kochfeld und Spüle von 90 cm, obwohl mehr Arbeitsfläche noch besser und angenehmer ist.“

Zugriffsfreundliche Hochschränke mit viel Stauraumangebot und innovativen Auszugssysteme.

Checkliste

Die Checkliste für eine ergonomisch optimal geplante Wohnküche runden folgende weitere Detaillösungen ab: Schubkästen und Vollauszüge mit Dämpfung und intelligent durchdachten Inneneinteilungen. Zugriffsfreundliche Hochschränke mit viel Stauraumangebot und innovativen Auszugssystemen, die vollständig aus dem Schrankkorpus herausgefahren werden können. Kreative Eckschranklösungen mit ausschwenkbaren, höhenverstellbaren Ablagen. Ein Abfalltrennsystem im Spülenunterschrank, ergänzt mit einem praktischen Putzmittelauszug, der seinem Nutzer dank elektrischer oder mechanischer Öffnungsunterstützung bei sanftem Fingertipp auf die Möbelfront entgegenkommt. Elegante Klappen und Lifttüren im Oberschrankbereich statt Möbeltüren, an denen man sich den Kopf stößt. In komfortabler Sichthöhe eingebaute Elektrogeräte, wie einen Backofen, Dampfgarer, Kaffeevollautomaten und eine Mikrowelle. Nicht zu vergessen einen höher eingebauten Geschirrspüler für den perfekten Zugriff ohne lästiges Bücken und Beugen. Sowie eine Insel- oder Kopffrei-Haube für maximale Bewegungsfreiheit am Kochfeld. (AMK)

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O. Rautenberg