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Bodenbelag — mit Füßen getreten

Bodenbeläge gibt es viele, für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei. Aber welcher Belag eignet sich für welchen Zweck? Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Arten und deren Vor- und Nachteile.

Parkett und Holzdielen
Bei der richtigen Pflege punkten Parkett und Holzdielen mit einer langen Haltbarkeit. Gebrauchs- und Abnutzungsspuren lassen sich mit abschleifen und neu versiegeln beseitigen. Parkett und Holzdielen strahlen Wärme und Natürlichkeit aus und sind dabei sehr fußwarm.
Doch es gibt auch Nachteile: Besonders Parkett ist im Vergleich zu anderen Bodenbelägen sehr teuer und beide Beläge sind empfindlich gegen Wasser. Sie eignen sich gut für Wohn- und Schlafzimmer.
Selbst verlegen: unproblematisch

Kährs Oak Vista - ratgeber bauen

Parkett (hier: Kährs Oak Vista) erzeugt ein warmes Wohngefühl. Foto: Kährs

Laminat
Deutlich günstiger und pflegeleichter als Parkett und Holzdielen ist Laminat. Klicklaminat ist besonders praktisch, weil es sehr einfach zu verlegen ist. So profitiert man nicht nur von den günstigeren Materialkosten, bei ein wenig handwerklichem Geschick benötigt man auch keine Hilfe vom Fachmann mehr. Zudem hat entfällt durch die geringe Aufbauhöhe das Abschleifen von Türen oft. Leider ist Laminat nicht so fußwarm wie Parkett und Holzdielen und kann sich elektrostatisch aufladen. Nichtsdestotrotz eignet sich dieser Bodenbelag gut für Wohn- und Arbeitszimmer sowie den Flur.
Selbst verlegen: unproblematisch

Parador Laminat - ratgeber bauen

Laminat ist deutlich günstiger und pflegeleichter als Parkett. Foto: Parador

PVC-Boden
PVC- oder Vinylfußböden sind Widerstandsfähigkeit, wasserabweisend, pflegeleicht, sehr preiswert, leicht zu verlegen und schalldämmend. Zudem gibt es eine große Auswahl mit vielen verschiedenen Designs.
Aber es gibt zwei gravierende Nachteile: PVC neigt durch mangelnde Formstabilität mit der Zeit zu Wellen und damit zu Stolperfallen.
Und außer den als gesundheitlich problematisch angesehenen Weichmachern sind leider oft noch weitere chemische Substanzen und Verbindungen enthalten.
In einem Test der Zeitschrift Ökotest aus dem Jahr 2012 fällt das Ergebnis aller 13 getesteten Böden mit der Note „ungenügend“ geradezu vernichtend aus. Zu dieser Zeit enthielten alle Böden – egal ob für 7,99 Euro oder 64,90 Euro pro Quadratmeter – giftige zinnorganische, allergieauslösende und/oder reizende Verbindungen sowie bis zu 25 Prozent Weichmacher. Immerhin, so die Tester, seien im Gegensatz zum Test im Jahr 2008 keine giftigen Schwermetalle wie Blei oder Cadmium gefunden worden.
Offiziell geeignet für Küche, Bad, Arbeitszimmer, Hobbykeller, von der Verwendung in Umgebung von Babys, Kleinkindern und Schwangeren ist vorsichtshalber abzuraten.
Selbst verlegen: unproblematisch

HARO Disano Landhausdiele Steineiche - ratgeber bauen

Eine gesündere Alternative zu PVC: Der Haro Designboden Disano (hier: Landhausdiele Steineiche) hat von Öko-Test ein „sehr gut“ bekommen. Foto: Haro

Korkfußboden
Die hohe Dichte und schlechte Wärmeleitfähigkeit von Kork können sogar die Heizkosten senken. Auch für Allergiker eignet sich Kork gut: Milben und Staub haben keine Möglichkeit, sich im Material einzunisten. Kork ist ein chemiefreies Naturprodukt, das gleichzeitig pflegeleicht und feuchtigkeitsresistent. Die Trittgeräusche werden gedämmt und durch seine Elastizität entlastet er auch die Wirbelsäule.
Leider ist Korkboden sehr rutschig und dehnt sich nach einer Weile aus, was beim Verlegen beachtet werden muss. Zudem muss das Material lange Transportwege hinter sich bringen.
Selbst verlegen: unproblematisch

APCOR Kork - ratgeber bauen

Kork erlebt dank Eigenschaften wie Feuchtigkeitsresistenz, Wärmedämmung und Elastizität eine Renaissance. Foto: Apcor

Teppich
Auch Teppich dämmt Trittgeräusche und ist zudem ein sehr schlecht wärmeleitender, deshalb warmer Bodenbelag, der Heizkosten spart.
Obwohl die Industrie inzwischen sehr schöne, bequeme und gleichzeitig robuste Teppiche auf dem Markt hat, ist er im Vergleich zu den anderen Böden noch immer relativ empfindlich: Flecken, Trittspuren und Druckstellen von Möbeln sind schnell zu sehen. Als potenzieller Nistplatz für Milben ist Teppich für Allergiker eher ungeeignet. Wer damit kein Problem hat, kann Teppich der Gemütlichkeit halber in Wohn- und Schlafzimmer verlegen.
Selbst verlegen: unproblematisch

Fliesen
Fliesen sind sehr hygienisch und allergikerfreundlich, da Keime und andere Krankheitserreger keine Möglichkeit haben, sich einzunisten.
Es gibt allerdings einen spürbaren Nachteil: Fliesen sind sehr gute Wärmeleiter und fühlen sich deshalb immer kalt an. Barfuß laufen oder Spielen sind ohne eine Fußbodenheizung so gut wie unmöglich. Außerdem können Fliesen schnell brechen, wenn einmal etwas herunterfällt. Sie eignen sich für Küche, Bad, Flur, Treppe, Hobbykeller. Selbst verlegen: möglich, aber aufwendiger

 

O. Rautenberg