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Hausbau: Dem Himmel so nah

Bei seinem dritten Alpin-Projekt, dem Refuge de L´Aigle“, hat es Architekt Jaques Félix-Faure im wahrsten Sinne des Wortes ganz nach oben geschafft: Dem Corps du Ballet, das die alte Berghütte am Meije in 3.450 Metern Höhe modern in Szene setzte, zollte auch der „Constructive Alps 2015″, der schweizerisch-liechtensteinische Architekturpreis für nachhaltiges Bauen und Sanieren in den Alpen, respektvolle Anerkennung. 

Refuge de L´Aigle_Panorama_Prefa - ratgeber bauen

Was für ein Panorama! Und um genau von dieser Schönheit nicht abzulenken, ist die Hütte innen sehr einfach gehalten. Bild: Prefa

„Bauen am Berg erfordert eine perfekte Choreographie“, sagt der Architekt und ließ den architektonisch spektakulären Alpin-Auftritt des französischen Kletterer-Refugiums von Berg-Spezialist Prefa mit dem Dach- und Fassadenpaneel FX.12 gestalten.

Unwirtliche Bedingungen
3.450 Höhenmeter, bis zu 215 km/h Windstärke, Temperaturunterschiede von bis zu 40°C und Schnee satt bis über den Dachfirst sind extreme Herausforderungen, für die Gestaltung und das Bauwerk mitsamt den verwendeten Materialien. Die Sanierung der 1911 erbauten Schutzhütte Refuge de L´Aigle am La Meije im Naturpark Écrins erforderte deshalb von allen an diesem Projekt Beteiligten außergewöhnliche Leistungen. Der Choreograph dieses Bauvorhabens war der französische Alpin-Architekturspezialist Jacques Félix-Faure, selbst ein passionierter Bergfex.

Refuge de L´Aigle_Außen_Prefa - ratgeber bauen

Die Hütte bietet nun mehr Alpinisten Schutz und deutlich mehr Komfort. Bild: Prefa

Ein U-Boot, gestrandet auf 3.450 Metern
„Bauen in dieser Höhe erfordert Höchstleistungen – in der Planung, Ausführung und vom Material“, sagt Félix-Faure von C 17 – Architekten, der den alten, musealen Charakter der Altsubstanz mit einem modernen, zusätzlichen Bau umgab: „Rund um das vorhandene Holz und die Balken der alten Hütte wurden neue Fundamente gelegt und die Holzkonstruktion mit einer neuen Struktur ummantelt, die vor Wind und Wetter zuverlässig schützt und Geborgenheit schafft. Wie bei einem Boot auf hoher See“.

Refuge de L´Aigle_innen_Loïc Perrin - ratgeber bauen

Im Inneren geht es vergleichsweise einfach zu, eben Schutzhütte, kein 5-Sterne-Hotel. Bild: Loïc Perrin / s.camptocamp.org

Die Hütte, die optisch auf dem Écrin-Massivs nur knapp 500 Meter unter dem Gipfel des La Meije wie auf Wellen „tanzt“, präsentiert sich neben der sparsamen Außenarchitektur auch im Innenraum einfach: „Die Innenausstattung“, so Félix-Faure, „ähnelt der eines U-Bootes. Mit drei Schlafebenen für 30 Personen auf 65 Quadratmetern und Netzen, in denen nochmals 12 Kletterer, die in der Hütte Schutz suchen, vom Kampf mit den Elementen Pause machen können“. Möglichst freundlich, aber einfach – auch in der Infrastruktur – war das Motto für das Refugium. Das Design wurde bewusst simpel gehalten, damit die Leute nicht von der sie umgebenden Schönheit abgelenkt sind.

Refuge de L´Aigle_Paneele_Prefa - ratgeber bauen

Gut zu erkennen sind die Kanten und Muster der FX.12-Paneele: jedes Stück ist einzigartig. Bild: Prefa

Prefa ganz in seinem Element
Für die Außenverkleidung und das Dach wurden Fassadenpaneele FX.12 in steingrau P.10 des bergerfahrenen Herstellers Prefa verwendet. „Es ist das einzige Produkt, das die extremen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht aushält und Prefa ist der einzige Produzent, der umfassende Erfahrung in der Ausstattung solcher Projekte hat. Das war extrem hilfreich“, sagt Félix-Faure und verweist auf das ebenso gelungene Projekt der Hörnlihütte am Matterhorn: „Prefa hat hervorragende Alpin-Referenzen“.

Diese Schutzhütte hat sicherlich die spektakulärste Location, ist aber nicht das einzige ungewöhnliche Haus, das mit Hilfe von Prefa verwirklicht wurde. Ein weiteres „schräges“ Projekt sehen sie hier.

„In den Bergen muss man sich auf eine perfekt funktionierende Seilschaft verlassen können. Prefa hat nicht nur hervorragend in das architektonische Konzept gepasst. Auch der Support für das ganze Team vom Spengler, über den Zimmermann bis zum Hubschrauberpiloten hat perfekt funktioniert“.

Refuge de L´Aigle_Helicopter_altibois - ratgeber bauen

Crew und Material kamen nur per Helicopter zur Baustelle, in zahlreichen Flügen mit maximal 650 Kilogramm am Haken. So waren alleine für die 16 Tonnen Metallstruktur 25 Flüge nötig. Bild: Altibois

An der Kante
„Bei Projekten wie dem Refuge arbeiten alle an der Kante des Machbaren“, zollt Félix-Faure seiner 20 Mann-Truppe, die Teile der Konstruktion schon im Tal publikumswirksam per Vorab-Konstruktion zusammenbaute und in 650 kg-Päckchen per Hubschrauber auf den Berg schaffte, Respekt. „Das geht nur mit Baumaterial wie dem Leichtgewicht Aluminium, das obendrein noch extrem widerstandsfähig ist“.

Dass bei soviel Zweckmäßigkeit die architektonische Optik nicht außen vor bleibt, dafür sorgte Prefa mit FX.12 und holte sich die Empfehlung des Architekten ab: „Keine andere Firma konnte hier in Produkt- und Verarbeitungseigenschaften mithalten. Die Prefa-Elemente sind außerdem noch problemlos recyclebar und damit ressourcenschonend einsetzbar. Das ist neben der 40 Jahre Garantieleistung gerade bei Projekten im alpinen Raum ein Pluspunkt“.

Prefa_Refuge de L´Aigle_Außen - ratgeber bauen

Lage und Aussehen: beides atemberaubend. Bild: Prefa

Jedes Stück ein Unikat
„Die Kantung der Fassadenpaneele erfüllte neben dem ästhetischen auch einen funktionellen Zweck“, zieht der Verarbeiter der Prefa-Paneele, die Firma Altibois Bilanz: Denn die Produkteigenschaften von FX.12, seine Längs- und Querkantung und seine heterogene Oberfläche ermöglichen ein besonderes Oberflächendesign, das sich perfekt in die zerklüftete Berglandschaft einfügt. Bereits bei der Produktion erhält jedes Stück eine einzigartige Prägung, zudem wiederholt sich das Kantmuster nicht und ist auch bei großen Flächen stets unregelmäßig. Durch Kanten werden die Paneele zusätzlich versteift, worin eine größere Widerstandskraft bei gleichbleibender Materialstärke resultiert.

So machte dieses Material dem Architekten den Verzicht auf zu viel Architektur leicht: „Weniger ist mehr. Weil: Hoch oben ist alles schwierig“, sagt Félix-Faure über Widerstandsfähigkeit, Extremleistungen und den erfolgreichen Gipfelsturm am La Meije.

Refuge de L´Aigle_alt_romulus38_s_camptocamp_org - ratgeber bauen

Die Hütte vorher: Kein Vergleich zum jetzigen Schmuckstück, der Aufwand hat sich wirklich gelohnt.
Bild: romulus38 / s.camptocamp.org

Produktbox PREFA Dach- und Fassadenpaneel FX.12
Material: Beschichtetes Aluminium 0,7 mm stark, steingrau P.10
Größe: 700 x 420 mm und 1.400 x 420 mm in verlegter Fläche
Gewicht: 2,3 kg/Quadratmeter
Beschichtung: hochwertige Zweischicht-Einbrennlackierung
Befestigung: geschraubt oder genagelt
Verlegung: auf Vollschalung oder Lattung/Sparschalung

 

Website: www.prefa.com

O. Rautenberg