Media | Newsletter | Kontakt | Impressum

ratgeberbauen kostenlos als PDF

Sind Sie an den neusten Nachrichten, Trends und gesetzlichen Änderungen aus dem Bauen- und Wohnen-Umfeld interessiert? Dann melden Sie sich an und verpassen Sie keine Ausgabe und keine News mehr.
  • Brandaktuelle News und
    Informationen
  • Praktische Hilfe in der Entscheidungs-
    bzw. Orientierungsphase
  • Immer die aktuelle ratgeberbauen
    kostenlos vor Erscheinungstermin
1 E-Mail-Adresse eintragen.
2 Newsletter-Registrierung bestätigen.
3 Newsletter + Ausgabe von „ratgeberbauen“ erhalten.
Datenschutz-Hinweis

Das Spiel mit Licht und Schatten…

Ohne Sonnenschutz, Lüftung und ohne Steue­rung wird ein geschlos­se­ner Win­ter­gar­ten heu­tigen Anfor­de­run­gen an Behag­lich­keit, Kom­fort und Ener­gie­ein­spa­rung nicht gerecht.  Das Glas­haus heizt sich bei inten­si­ver Son­nen­ein­strah­lung wegen der meist gerin­gen wär­me­spei­chern­den Mas­sen schnell auf. Die­se Wärme muss also über Beschat­tung und Verglasung gedämpft und über eine gute Ent­lüf­tung abtrans­por­tiert wer­den.

Wintergarten ohne Verschattung - ratgeber bauen

Aluminium Wintergarten mit eingefahrener Verschattung. – Bild: WiGaIn verschiedenen gesetzlichen Vorschriften sind die Anfor­de­run­gen an den som­mer­li­chen Wär­me­schutz fest­ge­legt. Zu einem effek­ti­ven Son­nen­schutz gehört natür­lich neben der Beschat­tung und Belüf­tung eine opti­male Verglasung. Der Son­nen­schutz im Win­ter­gar­ten erfüllt darüber hinaus meist noch wei­tere Auf­ga­ben, wie Sichtschutz und Blendschutz.

Die Aus­wahl einer geeig­ne­ten Beschat­tung hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab und muss unter Berück­sich­ti­gung der Aus­rich­tung des Win­ter­gar­tens (Him­mels­rich­tung) sowie even­tu­ell vor­han­de­ner natür­li­cher Beschat­tung gründ­lich geplant wer­den. Eine natür­li­che Beschat­tung kann beispielsweise durch Bäume erzielt wer­den. Land­schafts­gärt­ner beraten Sie beim Entwurf für genaue Beschat­tungs­pläne bei der Art der Bepflan­zung.

Die Win­ter­gar­ten-Fach­be­triebe bie­ten in der Regel ein umfang­rei­ches Ange­bot an ästhe­tischen und tech­nisch ausgereiften Beschat­tungs-, Sicht­schutz- und Blend­schutz­an­la­gen ein­schließ­lich elek­tro­ni­scher Win­ter­gar­tensteue­rung an.

Son­nen­schutz-Verglasung

Beim Neu­bau wird als erste Maß­nahme die Wahl der opti­malen Ver­gla­sung zu ent­schei­den sein. Moderne Funk­ti­ons­glä­ser ver­ei­nen eine Viel­zahl von Eigen­schaf­ten. Spe­zi­elle Son­nen­schutz-Glä­ser sen­ken den Gesamt-Energiedurchlass der Son­nen­strah­lung in den Innen­raum um bis zu 75 Pro­zent und wer­den auch mit neu­tra­ler Tönung ange­bo­ten, so dass die Farb­wie­der­gabe der Umge­bung nur unmerk­lich beein­flusst wird. Ein Nach­teil ist jedoch, dass Son­nen­schutz-Glä­ser den sola­ren Ener­gie­ge­winn ganz­jäh­rig ver­min­dern, also auch dann, wenn wir uns über jeden Son­nen­strahl freuen. Der Ein­satz von Son­nen­schutz-Glas sollte daher genau bedacht und – möglicherweise – nur für die Dach­flä­che vor­ge­se­hen wer­den.

Sonnenschutzglas im Wintergarten

Der Einsatz von Sonnenschutzglas sollte auf die Dachfläche beschränkt werden. – Bild: Bundesverband Wintergarten e. V.

Seit Jah­ren arbei­tet die Glas­in­dus­trie an der Ent­wick­lung „schalt­ba­rer Ver­gla­sun­gen“, deren Licht- und Ener­gie­durch­läs­sig­keit nach Bedarf geän­dert wer­den kön­nen. Dies Gläser sind schon erhältlich, ihr brei­ter Ein­satz im Win­ter­gar­ten­bau ist zur Zeit jedoch wegen der hohen Kos­ten der­zeit noch nicht sinnvoll.

Geeignete Beschat­tung: Die Qual der Wahl

Bei den verschiedenen Beschat­tungsmöglichkeiten unterschiedet man prinzipiell drei  ver­schiede Positionen:

  • außen­lie­gend
  • raum­sei­tig innenliegend
  • im Schei­ben­zwi­schen­raum der Verglasung

Ganz allgemein kann man sagen, dass eine außen lie­gende Beschat­tung wir­kungs­vol­ler ist als eine Beschat­tung im Innen­raum. Das ein­tref­fende Son­nen­licht wird bereits vor der Ver­gla­sung reflek­tiert bzw. absor­biert, die solare Ener­gie wird bereits vor dem Ein­drin­gen in den Innen­raum abgemindert.

Eine pau­schale Emp­feh­lung für den Ein­satz einer bestimm­ten Beschat­tungs­art lässt sich nicht aus­spre­chen, geht es hier doch um das Wech­sel­spiel der Fak­to­ren Nut­zungs­art, Stand­ort, natür­li­che Beschat­tung, Ver­gla­sung, Belüf­tung und gewünschtes Sys­tem. Eine wesent­li­che Rolle spie­len auch die vorgesehen Nut­zung und der per­sön­li­che Geschmack, somit lässt sich erst nach Abwä­gung aller Details eine Ent­schei­dung treffen.

Die Außen­be­schat­tung

Außen­be­schat­tun­gen wer­den im Regel­fall auf die Trag­werks­kon­struk­tion des Win­ter­gar­tens mon­tiert. Die Her­stel­ler bie­ten ver­schie­dene auf das jewei­lige Win­ter­gar­ten Sys­tem abge­stimmte Adap­ter oder sys­tem­neu­trale Vari­an­ten an.
Als gebräuch­lichste Form hat sich wohl in den letz­ten Jah­ren die Win­ter­gar­ten­mar­kise durch­ge­setzt. Sie läuft im Unter­schied zu Gelenk­arm­mar­ki­sen in Füh­rungs­schie­nen und kann über große zu beschat­tende Flä­chen im Dach oder an den Sei­ten­wän­den gespannt wer­den. Spe­zi­elle Feder­me­cha­ni­ken sor­gen für die ent­spre­chende Span­nung der Stoffe, wenn die Mar­kise ein fla­ches Win­ter­gar­ten­dach beschat­ten soll.

Außenmarkise - ratgeber bauen

Wintergarten mit einer in Schienen geführten Außenmarkise. – Bild: Warema

Wird sie nicht gebraucht, kann sie ein­ge­fah­ren wer­den (z.B. in eine Kas­sette), die das Mate­rial vor Wit­te­rungs­ein­flüs­sen schützt. Alle Flä­chen des Win­ter­gar­tens – waa­ge­recht, senk­recht oder schräg – kön­nen mit Mar­ki­sen beschat­tet wer­den. Beson­dere Sys­teme wer­den zwi­schen die Pro­file der Dachkon­struk­tion mon­tiert, so dass sie die Bau­höhe des Win­ter­gar­tens nicht ver­grö­ßern. Diese „feld­wei­sen“ Beschat­tungs­sys­teme haben den Vor­teil, dass die zu ver­schat­tende Dach­flä­che bes­ser bestimmt wer­den kann. So kann zum Bei­spiel eine ein­zelne Bahn teil­weise offen blei­ben, um eine Dach­lüf­tungs­klappe nicht durch die Stoff­bahn zu über­de­cken. Zudem kann die Anpas­sung der Mar­ki­sen­bah­nen an die Architektur des Daches oder die Sei­ten­wände auch inter­es­sante opti­sche Akzente bie­ten. Dafür sind aber höhere Anschaf­fungs­kos­ten einzuplanen.

Sonderformen und Raffstore

Inzwi­schen wer­den auch zahl­rei­che Modelle ange­bo­ten, die pass­ge­nau zur Beschat­tung von Son­der­flä­chen wie Drei­ecken oder Tra­peze ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Die lie­fer­ba­ren Far­ben für Bespan­nung und Gestelle sowie die Des­sins der Stoffe sind sehr viel­fäl­tig, jähr­lich kommen neue Des­sins auf den Markt.

Eine alter­na­tive Form stellt die Außen­be­schat­tung mit Raffs­toren dar. Raffs­tore sind Aluminium-Lamellen (Jalou­sien), die für Wind­be­las­tung beson­ders breit und sta­bil aus­ge­führt sind. Ent­lang der Sei­ten sind die Lamel­len gebör­delt („gerafft“), um ihre Sta­bi­li­tät zu erhö­hen. Diese Sys­teme erfor­dern eine auf­wen­dige Aus­füh­rung mit Füh­rungs­schie­nen oder Spann­dräh­ten gegen Wind wider­stands­fä­hi­ger zu sein. Bei Sturm müs­sen sie jedoch ein­ge­fah­ren wer­den. Durch eine stu­fen­lose Regu­lie­rung der Lam­mel­len­win­kel wird hier bei Nut­zung der Son­nen­schutz Funk­tion den­noch der Blick nach außen ermöglicht.

In den letz­ten Jah­ren wur­den Raffs­to­ren auch als Licht­lenk­sys­teme auf den Markt gebracht. Damit kann bei Bedarf ein grö­ße­rer Teil des Tages­lich­tes in den Raum gebracht werden.

Die Rückkehr der Rollläden

Zuneh­mend Inter­esse fin­den auch im Win­ter­gar­ten­bau die tra­di­tio­nel­len Roll­lä­den, die für eine Beschat­tung der Sei­ten­teile, aber auch als Gegen­zug­sys­tem für Win­ter­gar­ten­dä­cher ein­ge­setzt werden. Aller­dings wird hier der Blick nach außen ver­stellt, so dass diese kaum an allen ver­glas­ten Sei­ten­wän­den gleich­zei­tig ein­ge­setzt wer­den. Dafür ist die Abmin­de­rung von Hitze ist mit Roll­lä­den am stärks­ten und der zusätz­li­che Wär­me­schutz im Win­ter am wir­kungs­volls­ten. Deko­ra­tiv wir­ken auch Son­nen­se­gel, bei deren allei­ni­gen Ver­wen­dung sollte man sich aber über die nur beschränkte Son­nen­schutz Funk­tion im kla­ren sein.

Die Nach­teile der Außen­be­schat­tung sind deren Wind-, Regen– und Schmutzanfäl­lig­keit sowie deren auf­wen­di­gere Kon­struk­tio­nen (z.B. wegen der Windbelas­tung). An Orten sehr star­ker, dau­er­haf­ter Wind­be­las­tung (Küs­ten­re­gion, Gebirge, Win­ter­gar­ten auf hohem Gebäude) muss der Ein­bau einer beweg­li­chen Außen­be­schat­tung genau geprüft werden.

Die innen­lie­gende Beschattung

Die Innen­be­schat­tung des Win­ter­gar­tens ist Bestand­teil der Ein­rich­tung und erfüllt auch dekorative Zwe­cke, ob als innen­lie­gende Mar­kise, Vorhang, Jalousie etc. Ent­spre­chend viel­fäl­tig sind die ange­bo­te­nen Mate­ria­lien und For­men. Zudem sind Innen­be­schat­tun­gen fili­gra­ner und leich­ter aus­führ­bar, da sie nicht so witterungsbestän­dig ausgeführt sein müs­sen. Auch hier gibt es Aus­füh­run­gen, die auf jedes Win­ter­gar­ten­sys­tem pas­sen bzw. ent­spre­chende Adap­ter. Bei sehr guter Ausfüh­rung werden nahezu glei­che Werte wie bei der Außenbeschattung erreicht.

Innenliegende Plisses. - ratgeber bauen

Innenliegende Plisses, hier am Beispiel Dachfenster. – Bild: Velux

Auch für innen­lie­gende Jalou­set­ten ermöglichen eine Tages­licht­len­kung, das ein­fal­lende Licht kann etwa an die Decke des Win­ter­gar­tens reflek­tiert werden. Die Sys­teme wer­den in ver­schie­de­nen Antriebs­ar­ten ange­bo­ten: manu­ell oder elek­trisch, letztere ver­bun­den mit Ein­zel–, Grup­pen- oder der Wintergartensteuerung.

Es kön­nen auch Ver­ti­kals­to­res ein­ge­setzt wer­den, die sich beson­ders zur Beschat­tung grö­ße­rer zusam­men­hän­gen­der Flä­chen eignen. Auch bei ihnen  können die Lamel­len den Licht­ein­fall regu­lie­ren. Neben Alu­mi­nium werden Tex­ti­lien oder Folien angeboten.

Rollos mit Spezialbeschichtung

Ähn­lich wie die Jalou­sie sind Rol­los ein­setz­bar. Neben den Pro­duk­ten für den ver­ti­ka­len Ein­satz ste­hen spe­zi­elle Wintergarten-Rollos für den Dach­be­reich zur Ver­fü­gung. Die Ein­satz­mög­lich­kei­ten der Rol­los wur­den durch spe­zi­el­le Beschich­tun­gen erheb­lich erwei­tert. Durch eine alu­mi­ni­um­be­dampfte Außen­seite kann eine beson­dere Refle­xi­ons­fä­hig­keit erreicht wer­den und halb­trans­pa­rente Gewebe erlau­ben eine Durch­sicht bei gleich­zei­ti­ger Beschat­tung mit Blend­schutz. Abends, mit angeschalteter Beleuchtung, kehrt sich dieser Blick aller­dings um: Dann kann man von außen unge­hin­dert in den Win­ter­gar­ten hineinsehen.

Besonders elegant: Son­nen­schutz im Iso­lier­glas

Seit Anfang der neun­zi­ger Jahre wer­den Sys­teme auf dem Markt ange­bo­ten, bei denen die Ver­schat­tungs­ein­heit im Schei­ben­zwi­schen­raum der Iso­lier­ver­gla­sung ein­ge­baut ist. Wich­tig ist bei ihnen, dass die zum Ein­satz kom­men­den Sys­teme auf die spe­zi­fi­schen phy­si­ka­li­schen Bedin­gun­gen im Iso­lier­glas abge­stimmt sind.

Die Funk­tio­nen des Iso­lier­gla­ses (Wärme- und Schall­däm­mung, Ein­bruch­schutz) wer­den durch die im Innern befind­li­chen Gehänge nur unwe­sent­lich beein­träch­tigt. Die Geschlos­sen­heit der Iso­lier­gla­s­ein­heit bleibt erhal­ten. Zum Ein­satz kom­men zumeist Jalou­sien, aber auch Foli­en­rol­los oder Plis­sees (Faltrol­los) wer­den angeboten.

Innenliegende Rollläden - ratgeber bauen

Innenliegende Rollläden bieten Sicht und Sonnenschutz, unabhängig von Witterungsbedingungen und sich auch für Wintergärten erhältlich. – Bild: ROMA

Wei­tere Vorteile sind der Blend- und Sicht­schutz, Tages­licht­len­kung kann ebenso rea­li­siert wer­den. Mit einer beson­ders behan­del­ten Lamelle (Geo­me­trie, Beschich­tung) kann ein­fal­len­des Tages­licht nach innen reflek­tie­ren. Somit kann die Ver­sor­gung des Innen­raums mit zusätz­li­chem dif­fu­sen, blend­freien Tages­licht bei Bedarf erhöht werden. Die Sys­teme kön­nen moto­risch oder manu­ell betrie­ben und in die Win­ter­gar­ten­steue­rung inte­griert werden.

Ein wei­te­rer Vor­teil die­ser „Mul­ti­funk­ti­ons­ver­gla­sun­gen“ ist, dass diese auf Dauer pfle­ge­frei sind, also ins­be­son­dere nicht ver­schmut­zen oder ver­wit­tern. Regen- und Wind­wäch­ter kön­nen ent­fal­len. Damit wer­den die deut­lich höhe­ren Anschaf­fungs­kos­ten zumin­dest teil­weise kompensiert.

Iso­lier­ver­gla­sun­gen mit inte­grier­tem Son­nen­schutz benö­ti­gen eine grö­ßere Bau­tiefe (Dicke) als “nor­ma­les” Iso­lier­glas. Diese kön­nen den­noch in nahezu alle gän­gi­gen Win­ter­gar­ten– bzw. Fens­ter­sys­teme ein­ge­baut, meist auch nach­ge­rüs­tet werden.

Die Son­nen­schutz Fak­to­ren von Beschat­tungs­sys­te­men im Iso­lier­glas errei­chen nicht ganz die phy­si­ka­li­schen Werte guter außen lie­gen­der Sys­teme. Trotz­dem kön­nen sie bei genauer Planung und Berech­nung der erfor­der­li­chen Beschat­tung als voll­wer­ti­ges Sys­tem bezeich­net werden.

Weitere Informationen: www.bundesverband-wintergarten.de

O. Rautenberg