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Sicher (vor Einbruch) in die Ferien

Anzeige – Einbruchschutz ist immer ein hochaktuelles Thema, aber immer rund um die Sommerferien und in Anbetracht der aktuell bekannten Einbruchzahlen rückt dieses Thema noch mehr in den Fokus: Die Zahl der Einbrüche stieg letztes Jahr um fast 10 Prozent im Vergleich zu 2014. Dabei kaum vermutet: Die meisten Einbrüche geschehen tagsüber und in aller Schnelle. Ein wirksames Mittel dagegen sind einbruchhemmende Türen und Fenster.

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Mechanischer Einbruchschutz
Wichtig für den Einbruchschutz ist nicht die dekorative Außenhülle der Tür, sondern das Innenleben, die sogenannte Türfüllung. Meist besteht sie aus stabilem und robustem Sperrholz. Schwere Türkonstruktionen mit besonderen Anforderungen an die Einbruchsicherheit bestehen aus speziellen Plattentypen. Hochverdichtetes Buchenfurniersperrholz zum Beispiel ist nicht nur außergewöhnlich effektiv gegen Einbruch, es schützt sogar gegen Durchschuss, Explosionen und Splitter und wird oft in Hotels und Geschäften eingesetzt. Positiver Nebeneffekt: Der Werkstoff hat außerdem eine hohe Feuerwiderstandsdauer und ist zusätzlich in schwer entflammbarer Sonderausführung erhältlich.

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Einen guten Einbruchschutz bieten nach DIN EN 1627ff. (Neubau) bzw. DIN 18104 Teil 1 und 2 (Nachrüstsysteme) zertifizierte einbruchhemmende Türen (und Fenster). Denn nicht nur das eigentliche Türblatt, sondern auch die Zarge, das Schloss und der Beschlag müssen den Belastungen standhalten.

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Elektronischer Einbruchschutz
Nicht nur der mechanische Schutz durch verstärkte Türblattkonstruktionen hilft gegen Einbrecher. Zahlreiche technische Erweiterungen und Verbesserungen wurden entwickelt, um Einbrechern das Handwerk zu legen. Spezielle Schutzbeschläge und hochwertige Schließsysteme bieten optimalen Schutz gegen ein Aushebeln der Tür. Mehr Elektronik in Form von Riegelschaltkontakten und selbstverriegelnden Schlössern machen Türschließsysteme zusätzlich sicherer. Moderne Fingerprint-Systeme speichern Fingerabdrücke und verweigern unberechtigten Personen automatisch den Zutritt.

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Höchste Sicherheit bieten auch neue Hightech-Verriegelungstechniken. Mit der NFC-Technologie (NFC = Nearfield Communication) können Sie Schlösser und Schließzylinder bequem per Chip oder Handy öffnen. Zusätzlich können durch digitale Türspione die Eingangsbereiche auf einem großen Display überprüft werden.

Die verbesserten Techniken führen dazu, dass mittlerweile mehr als 40 Prozent der Einbrüche durch die optimierten Sicherungseinrichtungen – und eine aufmerksame Nachbarschaft. Dazu kommt: Die die beste Tür hilft nicht, wenn das Fenster auf „Kipp“ steht. Gelegenheit macht Diebe.

Normative Grundlagen
Die europäisch harmonisierte Norm DIN EN 1627 legt die Prüfungs- und Bewertungsverfahren für einbruchhemmende Eigenschaften von Türen fest. Die Norm definiert sechs Widerstandsklassen RC1 – RC6 (RC = Resistance Class), die auf europaweiten Erfahrungen mit Einbruchversuchen, Werkzeugen und Täterprofilen beruhen.

WiderstandsklasseWiderstandszeitTätertyp / Vorgehensweise
RC 1 N (neu)Nur statische und dynamische Prüfung, keine manuelle Prüfung.Bauteile dieser Klasse weisen einen begrenzten bis geringen Grundschutz gegen Aufbruchversuche mit körperlicher Gewalt (vorwiegend Vandalismus) wie Gegentreten, Gegenspringen, Schulterwurf, Hochschieben und Herausreißen auf. Zudem wird ein maximal 3 Minuten langer zerstörungsfreier Manipulationstest mit Kleinwerkzeugen von außen abschraubbarer Komponenten durchgeführt. Fenster der Klasse RC 1 N werden deshalb gegebenenfalls bei erhöhtem Einbau (beispielsweise im Obergeschoss) eingesetzt, wenn mangels Standfläche eine Aufstiegshilfe erforderlich ist. Ausführung nur mit Standardfensterglas.
RC 2 N (neu)3 MinutenDer Gelegenheitstäter versucht mit einfachen Werkzeugen (Schraubendreher, Zange und Keil) das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen. Ein direkter Angriff auf die eingesetzte Verglasung ist nicht zu erwarten. Ausführung nur mit Standardfensterglas.
RC 2 (alt WK 2)3 MinutenDer Gelegenheitstäter versucht wie bei Klasse RC 2 N, mit einfachen Werkzeugen das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen. Eine Verglasung gemäß EN 356 ist ab der Klasse RC 2 vorgeschrieben.
RC 3 (alt WK 3)5 MinutenDer gewohnt vorgehende Täter versucht zusätzlich mit einem zweiten Schraubendreher und einem Kuhfuß, das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen.
RC 4 (alt WK 4)10 MinutenEin erfahrener Täter setzt zusätzlich Säge- und Schlagwerkzeuge wie Schlagaxt, Stemmeisen, Hammer und Meißel, sowie eine Akku-Bohrmaschine ein.
RC 5 (alt WK 5)15 MinutenEin erfahrener Täter setzt zusätzlich Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge und Winkelschleifer mit einem maximalen Scheibendurchmesser von 125 mm ein. Zusätzlich zur Klassifizierung nach EN 356 muss die Verglasung den direkten Angriff während der RC5-Prüfung überstehen.
RC 6 (alt WK 6)20 MinutenDer erfahrene Täter setzt zusätzlich deutlich leistungsfähigere Elektrowerkzeuge wie beispielsweise Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge und Winkelschleifer mit einem maximalen Scheibendurchmesser von 250 mm ein. Zusätzlich zur Klassifizierung nach EN 356 muss die Verglasung den direkten Angriff während der RC6-Prüfung überstehen.

Textquellen der Tabelle: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, Wikipedia

Fotos: tuerenwechsel.de

O. Rautenberg