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Sanierungsfahrplan Dach: planen und finanzieren

Bares Geld für eine energetische Dachsanierung: Tobias Schellenberger vom IVPU erklärt, warum ein Sanierungsfahrplan sinnvoll ist und was Dämmung mit Wohnbehaglichkeit zu tun hat.

IVPU-Bild_Tobias_Schellenberger - ratgeber bauen

Dipl.-Ing. Tobias Schellenberger, Geschäftsführer des Industriebverbandes Polyurethan-Hartschaum (IVPU), rät zu einem Sanierungsfahrplan.

Wieso ist es sinnvoll, zuerst einen Sanierungsfahrplan aufzustellen?

T. S.: Oft ist es sinnvoll, energetische Modernisierungen schrittweise umzusetzen. Dabei sollen die einzelnen Schritte gut geplant und aufeinander abgestimmt sein. Unterstützung kann ein qualifizierter Gebäudeenergieberater geben. Er liefert detaillierte Informationen über den aktuellen energetischen Zustand des Hauses und zeigt, wie ein sinnvoller und budgetgerechter Sanierungsfahrplan aussehen kann. Welche Einzelmaßnahme wird zuerst in Angriff genommen, wie kann die Dämmung verbessert und welche Mindestanforderungen müssen für eine Förderung eingehalten werden? In jedem Fall muss die Förderung vor Beginn der Sanierung beantragt werden. Auch das Nutzerverhalten der Bewohner sollte in der Beratung berücksichtigt werden: Gehören zur Familie kleine Kinder, werden die Räume im Winter tagsüber unterschiedlich beheizt, wird jeden Tag geduscht und wie sieht das Fensteröffnungsverhalten aus. Bei einer qualifizierten Energieberatung werden auch die Bewohner und deren Verhaltensänderung einbezogen.

Mit welchen KfW-Zuschüssen kann ein Hausbesitzer rechnen?

T. S.: Der KfW-Investitionszuschuss für Einzelmaßnahmen wie die Dämmung von Dachflächen beträgt zehn Prozent der förderfähigen Kosten, bei einer Obergrenze von 5.000 Euro je sanierter Wohneinheit. Zusätzlich können 50 Prozent der Kosten für eine Fachplanung und Baubegleitung bis maximal 4.000 Euro bezuschusst werden. Generell gilt: Ohne Energieberatung kein Zuschussantrag! Außerdem verlangt die KfW in ihren technischen Mindestanforderungen für das Steildach einen U-Wert von 0,14 W/(m²·K).

Wenn die Termine für die Dachsanierung stehen: Wie sieht die weitere Planung aus, um von Zuschüssen profitieren zu können?

T. S.: Die Förderung muss bereits vor Beginn der Sanierung beantragt werden, sonst kann der Zuschuss verfallen. Unabhängige Energieberater sind in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes unter www.energie-effizienz-experten.de eingetragen. Wird ein KfW-Effizienzhausstandard angestrebt oder Einzelmaßnahmen, die im Rahmen eines Sanierungsfahrplans abgestimmt sind, kann eine „Vor-Ort“-Beratung auch über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert werden. Liegt der Zuwendungsbescheid vor, kann die Dachsanierung beginnen.

IVPU-Bild_Steildachsanierung - ratgeber bauen

Die Förderung von Einzelmaßnahmen wie beispielsweise einer Dachsanierung muss bereits vor Beginn der Maßnahme beantragt werden, sonst kann der Zuschuss verfallen.

Hat die Wärmedämmung Einfluss auf die Wohnbehaglichkeit?

T. S.: Entscheidend für das Raumklima und das Wohlbefinden sind nicht nur die Raumtemperatur, sondern auch die relative Feuchte der Raumluft und die Temperatur der umgebenden Wände, Böden und Decken. An schlecht gedämmten Bauteilen, an Außenecken oder Wärmebrücken kann sich Tauwasser und Schimmel bilden. Schimmelpilzsporen oder Stoffwechselprodukte von Bakterien sind teilweise giftig und können Allergien auslösen. Sie gedeihen auf feuchtem Untergrund besonders gut. Mit einer professionell verarbeiteten Wärmedämmung bleiben Bauherren und Sanierer von solchen Szenarien verschont. Will man „Wohngifte“ vermeiden, spielt die Frage, ob der Dämmstoff selbst synthetisch oder natürlich ist, eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, dass sie im eingebauten Zustand keine gesundheitsschädlichen Stoffe an den Innenraum sowie an Boden oder Grundwasser abgeben. Für die meisten Dämmstoffe gibt es Umwelt-Produktdeklarationen, die als Grundlage zur Nachhaltigkeitszertifizierung von Gebäuden dienen. Das hohe Qualitätsniveau wird zudem durch regelmäßige und unabhängige Institute geprüft.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Qualifizierte und unabhängige Energieberater sind in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes gelistet: energie-effizienz-experten.de

Beim BAFA Bundesamt für Ausfuhrkontrolle kann ein Zuschuss für eine Beratung vor Ort beantragt werden: „Vor-Ort“-Beratung
Bei der KfW gibt es einen Zuschuss für eine Baubegleitung

Die KfW bezuschusst Einzelmaßnahmen: z. B. einen Investitionszuschuss für die Dachsanierung

Der „Grüner Leitfaden“ für Bauherren und Sanierer kann kostenlos bestellt werden
über info@daemmt-besser.de


Was eine Umwelt-Produktinformation (EPD) ist und wozu man sie braucht, erklärt das Institut Bauen und Umwelt: EPD Video

Fotos: IVPU

 

 

 

 

 

O. Rautenberg