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Es grünt so ... Gründach

Während der letzten 60 Jahre hat sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland mehr als verdoppelt. Verschiedenen Quellen zufolge wird täglich eine Fläche von bis zu 125 Hektar – das entspricht circa 175 Fußballfeldern – versiegelt. Doch mit Dachbegrünungen lässt sich ein Teil der bebauten Flächen zurückgewinnen: Sie helfen, die „grüne Lunge“ in bebauten Gebieten zu vergrößern.

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Ein wartungsarmes Extensiv-Gründach lohnt sich schon auf kleinen Flächen, wie beispielsweise einem Carport – dazu ist es einfach selbst zu installieren. Foto: Bauder

Die Zahl der Vorteile einer Dachbegrünung übertrifft dabei die der Nachteile bei weitem: Sie isoliert gegen Hitze und Kälte, verbessert das Raumklima, gleicht Temperaturspitzen aus, mindert den Lärm und schützt nicht nur vor Sturm, Hagel und UV-Strahlung, sondern auch die empfindliche Dachhaut. Ganz allgemein verlängert sich die Haltbarkeit eines Daches. Zudem haben begrünte Dächer durch Sauerstoff-Erzeugung und CO2- Verbrauch einen positiven Einfluss auf das Klima ihrer Umgebung:
Sie senken und verzögern den Regenwasserabfluss, denn ein Großteil des Niederschlags wird von den Pflanzen aufgenommen und über Verdunstung wieder abgegeben – was wiederum die darunter liegenden Räume kühlt. Überhaupt vergrößert sich durch diese natürliche Dämmung das Energieeinsparpotenzial. Auch Schadstoffe, Staub und Blütenpollen werden deutlich besser gebunden, Elektrosmog wird reduziert. Es entsteht neuer Lebensraum für Vögel und Insekten, der auch für Menschen – optisch und als Gartenfläche – eine höhere Lebensqualität bietet. Diese höhere Lebensqualität beginnt bereits, wenn man „nur“ die Garage oder den Carport begrünt. Das volle Energiespar-Potenzial nutzt man allerdings erst bei Begrünung des Hausdaches.

Als Gründe gegen eine Dachbegrünung sind bisher nur die höheren Anschaffungskosten (die sich meist wieder amortisieren) und der höhere Pflegeaufwand bekannt.

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Ab 15° Dachneigung wird beim Bauder Schrägdach-System ein Lattenrost auf die Wasserspeicherplatte lose aufgelegt. Er dient als zusätzliche Schubsicherungsaufnahme und Einbauhilfe für den Substrateinbau. Nach Durchwurzelung der Substratschicht ist er nicht mehr erforderlich und kann verrotten. Grafik: Bauder

 

Förderung möglich
In Deutschland werden Dachbegrünungen teilweise öffentlich gefördert. Dies kann direkt – durch Zuschüsse und/oder Festsetzungen in Bebauungsplänen – oder indirekt durch reduzierte Abwassergebühren (Splittung) geschehen. Manche Gemeinden, bisher vor allem in Süddeutschland, schreiben Gründächer für Neubaugebiete bereits vor. Die Fachvereinigung Bauwerksbegrünung (FBB) geht nach einer Befragung ihrer Mitglieder von einem jährlichen Zubau von etwa acht Millionen Quadratmeter begrünter Dachflächen aus. In den letzten Jahren nimmt der Anteil der Begrünungen zu, auch durch die Begrünung von Tiefgaragen oder Bürogebäuden.

 

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Es müssen nicht immer Dächer sein: In New York hat sich der Highline Park zu einem wahren Publikumsmagneten entwickelt. Die 1980 stillgelegte Hochbahn sollte ursprünglich abgerissen werden, was glücklicherweise von den „Friends of the Highline“ verhindert wurde: Sie kümmern sich seitdem um 98 Prozent der Finanzierung, die baulichen Maßnahmen und um Reinigung und Instandhaltung der inzwischen 2,4 Kilometer langen Anlage. Die für die Grünanlagen relevante Technik und Drainagesysteme steuerte die US-Tochter der ZinCo GmbH aus Nürtingen bei. Foto: ZinCo

Im zweiten Teil dieses Beitrags lesen Sie alles über die benötigten Voraussetzungen, den Schichtaufbau für Flachdächer, unterschiedliche Begrünungsarten und die Einbindung von Solarmodulen. Zum Teil 2 geht es hier.

Titelbild: Iwan Baan/ZinCo

 

O. Rautenberg