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Der Sturm kann kommen

Besonders in den Übergangsmonaten können Wind und Wetter dem Hausdach zusetzen und Spuren hinterlassen. Der Frühling ist ein optimaler Zeitpunkt für einen Check-up – auch, um kostspielige Folgeschäden und Regressansprüche zu vermeiden.

Sturmschäden - ratgeber bauen

Foto: Bauder

Sturm und Wind, Regen, Schnee, Eis und Tauwasser – in der kalten Jahreszeit ist das Dach zahlreichen Belastungen ausgesetzt. Deshalb ist es empfehlenswert, die fünfte Fassade im Frühling genauer unter die Lupe zu nehmen – am besten durch einen Fachmann. Er kann am besten undichte Stellen und Rissbildungen im Übergang von verschiedenen Materialien aufspüren, durch die Feuchtigkeit eintreten kann. Dies kann die Dämmung beeinträchtigen und zu Schimmelbildung führen. Der Dachexperte kann solche Mängel beheben, bevor daraus möglicherweise Schäden der Bausubstanz entstehen – die für den Bauherrn mit erheblich höheren Kosten verbunden sind. Eine regelmäßige Wartung führt somit zu einer deutlich höheren Langlebigkeit des Daches.

Ein weiterer wichtiger Grund für den Check-up ist die Sicherheit von Hausbewohnern und Passanten – und die gesetzliche Verpflichtung von Hausbesitzern, ihre Immobilie stets in einem verkehrssicheren Zustand zu halten. Wenn etwas passiert, muss der Hausbesitzer vor Gericht beweisen, das Haus ordnungsgemäß unterhalten und gewartet zu haben. Lockere Dachziegel oder lose Dachrinnen und Schneefanggitter können besonders gefährlich werden. Durch einen rechtzeitigen und regelmäßigen Dach-Check können Hausbesitzer somit viel Geld und unnötigen Ärger sparen. Auch Gebäudeversicherer achten heute bei der Schadensregulierung darauf, ob teure Reparaturen durch regelmäßige und rechtzeitige Wartung des Daches vermeidbar gewesen wären.

Versicherung zahlt nicht immer

Besonders wichtig ist, dass sich Hausbesitzer fragen, ob ihr Dach auch starken Stürmen standhält. Für Sturmschäden haften zwar Gebäude-, Hausrat- und Kaskoversicherungen, doch, was viele nicht wissen, erst ab Windstärke 8.

Velux Dachfenster - ratgeber bauen

Foto: Velux

Nach Angaben der Versicherungswirtschaft hat sich die jährliche Schadenhöhe durch Starkwindereignisse seit den 50er-Jahren verdoppelt. Der Gesetzgeber hat den durch den Klimawandel veränderten Wetterlagen bereits Rechnung getragen. Daher wurden in Deutschland 2007 die Berechnungsgrundlagen für die Windlasten bei Häusern geändert, an die sich Architekten, Ingenieure und Konstrukteure halten müssen. Zwar sind die Risiken innerhalb Deutschlands nicht überall gleich: Vier verschiedene Windzonen lassen unterschiedliche Windstärken erwarten.

Seit 2011 verschärfte Regeln für die Dachziegel-Befestigung

Seit 2011 gelten jedoch verschärfte Regeln für die Befestigung von Dachziegeln bei geneigten Dächern: seitdem muss das Dach in allen vier Windzonen grundsätzlich mit Sturmklammern gesichert werden. Bei steileren Dächern sind zudem wesentlich größere Teilflächen zu verklammern. Und auch die Klammern selbst müssen strengeren Anforderungen genügen. Ist das Dach nicht fachregelgerecht verklammert, kann dies bei Schäden gravierende Folgen für den Versicherungsschutz haben. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Hauseigentümer durch einen Fachmann feststellen lassen, ob ihr Dach den strengeren Anforderungen genügt und im Zweifel die Windlast für das Gebäude neu berechnen lassen. In die Berechnung der Windlast fließen Faktoren wie Windzone, Geländeprofil, Dachform, Dachneigung, die Dachkonstruktion und die verwendeten Bedachungsmaterialien und Dachklammern ein.

Sicher gegen Sturm

Als bewährte Lösung, die Dachziegel zu fixieren, haben sich Sturmklammern erwiesen. Sie halten die Ziegel auch bei Böen auf der Lattung. Gleichzeitig nehmen die Klammern durch ihre Federwirkung einen Teil der Windlast auf und verhindern so, dass der Sturm mit ganzer Kraft an der Unterkonstruktion zerrt, und sie im schlimmsten Fall sogar zerstört. Das unterscheidet Sturmklammern von anderen Windsogsicherungen, bei denen die Dachziegel mit der Lattung fest verschraubt werden und damit einen starre Verbindung mit der Unterkonstruktion schaffen.

Mit dem sogenannten Dachstick bieten die Dachziegelwerke Nelskamp ein Befestigungssystem an, das bereits im Werk vormontiert wird, der Dachdecker benötigt also kein zusätzliches Werkzeug oder weiteren Arbeitsgang. Bei späteren Reparaturen oder nachträglichen Baumaßnahmen kann die Sturmsicherung mit wenigen Handgriffen von außen gelöst und auch wieder befestigt werden. So ist der Austausch einzelner Ziegel unkompliziert und kostengünstig möglich.


Sturmklammern:

  • Klammern zum Einschlagen: Die Klammer wird mit dem Auge auf den Seitenfalz und/oder Kopffalz der darüber liegenden Dachpfanne gesetzt und mit der Einschlagspitze auf die Lattung positioniert. Die Klammerspitze wird nun mindestens 25 Millimeter tief in die Lattung eingeschlagen. Fertig. Der Vorteil dieser Variantenist, dass dieselbe Klammer für unterschiedliche Lattengrößen einsetzbar und somit lattenunabhängig ist.
  • Klammern zum Einhängen: Einhängeklammern werden zuerst von hinten auf die Dachlatte geklemmt. Nun wird der Dachziegel eingedeckt und das Auge der Klammer kann in den Seitenfalz eingehängt werden. Fertig. Der Vorteil dieser Variante ist die Möglichkeit der Vormontage vieler Einhängeklammern. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die vorgeschriebene Maßtoleranz der Dachlatten nicht unterschritten wird.

 

O. Rautenberg