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Ihr Terrassenbelag: Holz, Stein oder WPC?

Terrassen können aus vielen Materialien gebaut werden: Holz und Stein sind dabei noch immer die Favoriten, WPC wird allerdings immer beliebter. Doch welche Vor- und Nachteile bringen die unterschiedlichen Materialien mit? Erfahren Sie mehr!

Vorab: Welches Material man nimmt, hängt auch von der Terrassenform ab, schließlich sollte der Übergang vom Haus möglichst ohne Höhenunterschied erfolgen. Bei Terrassen, die deshalb zum Beispiel nicht auf festem Untergrund, sondern auf einer Art Rahmen gebaut werden müssen, ist Stein als Material zwar nicht unmöglich, aber deutlich schwieriger zu realisieren. Und natürlich hängt die Wahl der Oberfläche auch vom persönlichen Geschmack ab.

Splitter passé: Barfußdielen (WPC) verbinden eine wertige Optik mit einer ebenso angenehmen Happig (Foto: Megawood).

Splitter passé: Barfußdielen (WPC) verbinden eine wertige Optik mit einer ebenso angenehmen Happig (Foto: Megawood).

Pro und Contra Holz
Einer der großen Vorteile von Holz ist, dass es sich auch vom Gelegenheits-Handwerker einfach bearbeiten lässt. Somit bereitet selbst der Ausgleich von größeren Höhenunterschieden kaum Schwierigkeiten. Holzterrassen wird zwar nachgesagt, dass sie kein Gefälle brauchen, sicherheitshalber ist es aber kein Fehler, eines mit einzubauen. Und auch bei Holz gibt es – dank der „Nachteile“ – genügend Möglichkeiten, etwas falsch zu machen: Oft werden Terrassen aus Holz beispielsweise nur unzureichend von unten belüftet. Solch eine Lüftung beugt aber Moosbildung, Fäulnis und Verwitterung vor.

Wird die Terrasse nicht gepflegt, so kann dies auch trotz guter Belüftung passieren: Holz muss regelmäßig mit Ölen oder Holzschutzlasuren gepflegt werden: Sie schützen nicht nur, sondern halten das Material auch geschmeidig und elastisch. Ist das Holz zu trocken, so wird es rissig und spröde, eine erhöhte Verletzungsgefahr durch Splitter ist die Folge.

Plan B: WPC (Wood-Plastic-Composites)
Der Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff WPC besteht aus 50 bis 90 Prozent Holzfaser- oder Holzmehlanteil und einer Kunststoff-Beimischung. Additive optimieren spezielle Eigenschaften wie zum Beispiel die Farbe oder die UV-Beständigkeit. Bei gleichen Verarbeitungsmöglichkeiten wie Holz ist es feuchteresistenter, beliebig formbar und splittert nicht. Dafür ist es weniger bruchfest, was durch Verstärkungen ausgeglichen wird.

Ob Naturstein (so wie hier), Pflastersteine, Keramik oder Beton, die Gestaltungsmöglichkeiten sind nahezu unendlich (Wohnrausch).

Ob Naturstein, Pflastersteine, Keramik oder Beton, die Gestaltungsmöglichkeiten sind nahezu unendlich. Die Bernina Outdoorfliese von Villeroy & Boch Fliesen wirkt modern und naturnah zugleich (Foto: Villeroy & Boch).

Steinoberflächen: Vor- und Nachteile
Fachgerecht mit einem leichten Gefälle angelegt, sind Steinterrassen sehr lange haltbar und pflegeleicht. Was nicht bedeutet, dass sie gänzlich ohne Pflege auskommen: Moose, Flechten, aber auch Fettflecken durch Ketchup-Attacken bei der letzten Gartenparty setzen dem Material zu und machen es eventuell rutschig. Abhilfe gibt es durch verschiedenste Mittel und Imprägnierungen. Allerdings wirkt schon ein Hochdruckreiniger Wunder, man muss ja nicht gleich sofort die chemische Keule schwingen. Bei einer Neugestaltung sollte man sich überlegen, bereits imprägnierte, dunkle Platten zu wählen – sie sind unempfindlicher und blenden in der prallen Sonne weniger. Noch etwas zum Thema Neubau: Legen Sie Ihre Steinterrasse nicht zu früh an. Bedenken Sie, dass der direkt am Haus aufgefüllte Boden noch einige Zeit braucht, um sich zu setzen.


Die Qual der Wahl – beliebte Terrassenhölzer

Welches Holz für die eigene Terrasse? Neben den klassischen Nadelholzarten Lärche, Kiefer und Douglasie sind besonders exotische Hölzer wie Bangkirai, Tali, Cumaru etc. gefragt: Sie sind meist sehr hart und durch einen hohen Anteil ätherischer Öle besonders resistent gegen Feuchtigkeit, Schimmel und Parasiten. Dazu setzen sie sich optisch von den oft gesehenen, heimischen Hölzern ab. Besonderes empfohlen sei hier aber vor allem Bambus: Er sieht gut aus und ist, als am schnellsten nachwachsende Pflanze überhaupt, besonders aus ökologischen Gründen sehr zu empfehlen. Achten Sie beim Kauf der (exotischen) Hölzer bitte auf das FSC-Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft. Danke!


Eigenschaften der Hölzer

Kiefer: Dank umweltfreundlicher Tiefenimprägnierung ist das heimische Holz witterungsresistent und lange haltbar.
Bangkirai: Sehr beliebtes, hellbraunes bis rötliches Hartholz aus Asien, das durch seine ätherischen Öle einen natürlichen Schutz gegen Pilz- und Schimmelbefall bietet.
Bambus: Ökologisch gesehen der Hit, weil Bambus die am schnellsten nachwachsende Pflanze ist. Durch Verarbeitungs-prozesse entsteht der honigähnliche Farbton, der ein exotisches Flair verbreitet.
Thermoesche: Das dunkle Holz der bei 170 bis 230 Grad Celsius wärmebehandelten, mit natürlichen Harzen imprägnierten und geölten heimischen Esche ist im Moment sehr angesagt.
Lärche: Dieses härteste Nadelholz enthält wasserabweisende Harze und zeichnet sich durch einen warmen Farbton und eine attraktive Maserung aus.
Douglasie: Ein helleres, festes und elastisches Nadelholz mit wenig Harzanteil und einer guten Aufnahmefähigkeit für Pflegemittel.

Titelfoto: Osmo
Fotos: Hersteller

 

A. Winterhoff